Lokales FD 26.09.2025

Austausch auf Augenhöhe – 23. Unternehmertreffen in Hünfeld

Hünfeld (sim) – Rund 100 Unternehmer aus Stadt und Region kamen am Donnerstagabend im Alten Lokschuppen zusammen, die Stadt Hünfeld und die VR-Bank NordRhön hatten zum 23. Unternehmertreffen eingeladen. Nach den Grußworten von Bürgermeister Benjamin Tschesnok, Landrat Bernd Woide, IHK-Vizepräsidentin Anika Wuttke und VR-Bank-Vorstandssprecher Walter Mengel sprach anschließend Moritz Bauer, Head of Investment Strategy bei Union Investment, zum Thema globale wirtschaftliche Entwicklungen.

Von Links: Walter Mengel, Benjamin Tschesnok, Moritz Bauer, Anika Wuttke, Frederik Schmitt und Bernd Woide. Fotos: Silas Messing

Das Team von Zuspann übernahm die Bewirtung der Gäste während des gesamten Abends.

Schon in der Eröffnung machte Bürgermeister Tschesnok deutlich, dass wirtschaftlicher Erfolg in der Region nur durch partnerschaftliches Handeln möglich sei. Verwaltung, Politik und Wirtschaft müssten gemeinsam Verantwortung übernehmen und eng miteinander arbeiten, um aktuellen Herausforderungen wie Kostendruck, Bürokratie oder Wohnraummangel wirksam zu begegnen. Diesen Gedanken griff auch Landrat Bernd Woide auf. Er betonte, wie wichtig das Engagement der heimischen Wirtschaft sei – nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die Probleme unseres Landes lassen sich nur aus der Mitte heraus lösen“, sagte Woide. Er rief dazu auf, gemeinsam Lösungen zu suchen, anstatt sich in Debatten zu verlieren.

Annika Wuttke, Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Fulda, sprach in ihrem Grußwort über die Investitionsbereitschaft vieler Unternehmen – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen stimmen. „Die Unternehmen sind bereit, zu investieren und die Zukunft zu gestalten, aber sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte Wuttke und forderte konkrete Fortschritte beim Bürokratieabbau und eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Wie eng regionale Stabilität und wirtschaftliche Stärke miteinander verknüpft sind, zeigte anschließend Walter Mengel anhand der Entwicklung der VR-Bank NordRhön. Die Bilanzsumme der Genossenschaftsbank stieg im Jahr 2024 auf über 1,6 Milliarden Euro, das betreute Kundenkreditvolumen erreichte 911 Millionen Euro. Mit 183 Mitarbeitenden, 17 Auszubildenden und rund 62.000 Kunden ist die Bank ein bedeutender Akteur in der Region – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Allein im vergangenen Jahr wurden über 180.000 Euro an mehr als 300 Projekte ausgeschüttet, vom Verein bis zur Schule. „Was wir selbst in der Hand haben, werden wir erfolgreich umsetzen“, sagte Mengel: „Die äußeren Rahmenbedingungen müssen wir akzeptieren und uns auf veränderte Zinsentwicklungen oder geopolitische Krisen einstellen.“ Auch auf den Wiederaufbau der Geschäftsstelle in Eiterfeld nach einem Brand ging er ein – eine Investition von rund vier Millionen Euro.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Moritz Bauer. Unter dem Titel „Nach dem Zollgewitter – Navigieren durch die Großmacht-Unsicherheit“ analysierte der Kapitalmarktexperte die Lage an den internationalen Finanzmärkten. Besonders im Blick standen die wirtschaftlichen Folgen der Präsidentschaft von Donald Trump, insbesondere die Zölle und Handelskonflikte, die europäische Unternehmen und Anleger direkt betreffen. Gleichzeitig stellte Bauer heraus, dass Unsicherheit nicht zwangsläufig zu negativen Marktentwicklungen führt. Im Gegenteil: Aktienkurse, Gold und Kryptowährungen befänden sich trotz geopolitischer Spannungen auf hohem Niveau. Es sei wichtig, hinter die Schlagzeilen zu blicken. „Demokratien brauchen funktionierende Kapitalmärkte. Wir dürfen nicht an einen Punkt gelangen, an dem unsere harte Arbeit die Demokratie gefährdet“, so Bauer.

Neben politischen Risiken sprach er auch über strukturelle Themen wie die Dominanz des US-Dollars, die Bedeutung der Halbleiterindustrie und die Rolle von künstlicher Intelligenz als wirtschaftlicher Megatrend. Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Bei Imbiss und Getränken – organisiert von der VR-Bank NordRhön mit Catering von Zuspann – wurden Kontakte gepflegt, neue Netzwerke geknüpft und über die Inhalte des Abends diskutiert. Ein Treffen mit klarer Botschaft: Wirtschaftlicher Fortschritt braucht Dialog – und den Mut, gemeinsam Lösungen zu suchen.