„Archive sind alles andere als staubig“, sagte Hermann-Josef Klüber aus dem Vorstand des Vereins Freunde des Museum Fulda. Diese Klischees hätten absolut nichts mit modernen Archivwesen zu tun: „Das Archivwesen ist lebendig und wie ich finde hoch politisch“, fügte er an. In seiner Einführung ging er darauf ein, wie es dazu kam, dass die Freunde des Museums Fulda die Ausstellung initiierten, er blickte auf die Geschichte, die Bedeutung und die aktuellen Herausforderungen von Archiven und erläuterte, warum sie politisch sind. „Die Natur des Bewahrens ist so alt wie es Menschen gibt“, sagte Klüber und Archive gebe es schon solange es Schrift gebe. In Zeiten von KI, Fake News und Verschwörungstheorien seien Archive der Hafen, der das Original enthalte.
Begrüßt hatte die Besucher Stadträtin Heike Kleemann. Sie sprach von einer bemerkenswerten Ausstellung und machte ebenfalls deutlich, dass Archive keine Orte mit staubigen Kisten seien: „Es sind die Schatzkammern der Menschheit.“ Dr. Frank Verse, Leiter des Vonderau Museums gab abschließend einen Überblick über die drei Teile der Ausstellung und das Rahmenprogramm, das schon am Dienstag mit einem ersten Vortrag gestartet war.
Anlass für die Sonderausstellung ist der Deutsche Archivtag, der Anfang Oktober in Fulda stattfindet. Mit Schautafeln und ausgewählten Originalexponaten, wie zum Beispiel dem Jestaedt-Katasterplan von 1727 und der Urkunde über die Bistumserhebung Fuldas aus 1752, wird den Besuchern die Bedeutung von Archiven im Allgemeinen und die Vielfalt der hier ansässigen Archive nähergebracht. Ob Stadtarchiv, Bistumsarchiv, das historische antonius Archiv, das Archiv der Benediktinerinnen-Abtei zur Heiligen Maria, die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars, der Fuldaer Digitalisierungsserver, das Archiv des Verlags Parzeller (alle Fulda), das Archiv des Hauses Hessen (Schloss Fasanerie), das Archiv der Loheland-Stiftung (Künzell) oder das Hessische Landesarchiv, das unter anderem in Marburg sitzt – sie alle werden in Wort und Bild vorgestellt. Darüber hinaus umfasst die Ausstellung zwei weitere Bestandteile. Die „Aktion Flaschenpost“, die in Kooperation mit der Fuldaer Zeitung während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde, gibt Eindrücke von Menschen aus der Region zu dieser Zeit wider. Schautafeln geben zudem einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Fuldaer Stadtschlosses. Kuratiert wurde die Ausstellung von Historiker Jonathan Vieth. Die Sonderausstellung ist bis zum 2. November im Vonderau Museum zu sehen.
