„Passt auf, auf Europa – passt auf, auf eure Demokratie – für euch und eure Kinder und für eure Enkel!“ Mit dieser eindrucksvollen Mahnung rief Kirchner dazu auf, aus der Geschichte Konsequenzen zu ziehen. Die Feier des Rhönklubs am Ehrenmal auf dem Heidelstein ist dem Gedenken an verstorbene Mitglieder gewidmet – in diesem Jahr wurde sie zugleich zur Plattform für gesellschaftspolitische Reflexion. Kirchner betonte die Bedeutung des Gedenkens als „Kraftort für die Gestaltung der Zukunft“. Traumatische Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs seien über Generationen hinweg weitergegeben worden. Das Unvermögen, das Ausmaß an Inhumanität zu verarbeiten, das vom damaligen Deutschland ausgegangen sei, habe viele Familien geprägt. Gerade deshalb sei es wichtig, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie solche Entwicklungen in einer demokratischen Gesellschaft geschehen konnten – und wie sie verhindert werden können.
„Propaganda, das Narrativ einer Bedrohung durch dunkle Mächte, ein allmächtiger Führer – all das führt zu einem Kipppunkt, an dem Demokratie nicht mehr rückholbar ist“, sagte Kirchner. Es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen, demokratische Prinzipien zu verteidigen und gefährlichen Vereinfachungen entgegenzutreten. Rhönklub-Vizepräsident Bernd Müller-Strauß hatte zuvor die Teilnehmenden mit Worten begrüßt, die das Wandern als Symbol für friedliches Miteinander deuteten: „Wandern ist mehr als Bewegung – es ist Begegnung. Jeder friedliche Schritt in der Natur ist ein stilles Zeichen für eine friedlichere Welt.“ Im Anschluss an die Gedenkrede legten Rhönklub-Präsident Klaus Neisser und Vizepräsident Bernd Müller-Strauß einen Kranz am Ehrenmal nieder. Die musikalische Gestaltung übernahm der Musikverein Hohenroth unter der Leitung von Michael Baumgart.
