In guter Stimmung war kaum jemand von den Mitarbeitenden am Montagnachmittag. „Es ist traurig“, erzählte beispielsweise Ali Kider, der seit 17 Jahren für das Unternehmen Goodyear in Fulda gearbeitet hat. Wie gewohnt war er ein letztes Mal zur Schicht gekommen, bevor am morgigen Dienstag offiziell die Produktion beendet wird. Das Ende des Werks in Fulda sei bedauerlich, stellte Kider fest: „Leider, da kann man nichts machen.“ Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch ein anderer Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will.
Als „melancholisch“ beschrieb Julian Feuerstein seine Stimmung angesichts seines letzten Tages im Werk: „Es war eine schöne Zeit, es wurde ein Teil der Stadtgeschichte mitgeschrieben.“ Er selbst war 17 Jahre im Unternehmen tätig, ein Jahr bei der Ausbildung in Hanau, die restliche Zeit in der Barockstadt. Generell sei er dankbar für diese Jahre, so Feuerstein. Am letzten Tag hätten viele Mitarbeitende noch die Gelegenheit genutzt, durch die Firma zu gehen und alte Arbeitsstätten zu besuchen sowie mit Kollegen zu quatschen: „Die Kaffeeecken sind auseinandergeplatzt.“ Am Dienstag hat das Unternehmen noch einmal alle 1050 Mitarbeitenden zu einer Abschiedsfeier eingeladen.
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