Den Auftakt bildeten szenische Darstellungen aus dem Lehrerzimmer – pointiert, humorvoll und mit viel Insider-Charme. Andreas Gamisch, Nikola Franke, Nico Seuring, Bianca Simon-Kohlmann, Beatrix Hoyer Sailer und Jessica Süss brachten mit ihren Spielszenen den pädagogischen Alltag mit einem Augenzwinkern auf die Bühne. Musikalisch begleitete eine eigens formierte Band unter der Leitung von Matthias Jehn den Festakt. Mit dabei: Julian Kömpel, Alexander Olbrich und Syrol Henkel. Die Band sorgte zwischen den Programmpunkten für stimmungsvolle Übergänge und musikalische Akzente.
Schulleiter Jörg Demuth eröffnete die Feier offiziell und hob die Bedeutung der Fachschule für die Region hervor: „Ich freue mich sehr, dass die Bedeutung der Fachschule für Sozialwissenschaften für die Schule und die Region auch durch unsere Grußworte herausgestellt wird.“ Seit 1975 werden an der Fachschule Fachkräfte für Sozialpädagogik und Sozialwesen ausgebildet – zunächst in klassischen Fächern wie Pädagogik, Psychologie, Soziologie oder Methodik, inzwischen mit einem erweiterten Angebot, das aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreift. Ausbildungsgänge wie Heilerziehungspflege oder Sozialassistenz sind hinzugekommen, Unterrichtsinhalte wurden modernisiert, und auch für Quereinsteiger gibt es passende Angebote.
„Es war eine andere Welt. Es ging sehr stark um Lenkung und um Gehorsam“, erinnerte sich Margit Riese in ihrer Festrede. Die langjährige Lehrkraft der „fast ersten Stunde“ spannte den Bogen von den Anfängen der Fachschule bis zur Gegenwart und beschrieb eindrücklich, wie sich sowohl das Berufsbild als auch die Ausbildung verändert haben. Neben der historischen Einordnung rückten die Festredner die gesellschaftliche Bedeutung sozialpädagogischer Berufe in den Mittelpunkt. Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt zitierte ein chinesisches Sprichwort: „Willst du für Generationen Vorsorge treffen, dann investiere in die Bildung.“ Auch Karsten Günder vom Staatlichen Schulamt betonte die Relevanz professioneller pädagogischer Arbeit: „Erzieher sollen ihre Arbeit immer professionell und engagiert ausführen, indem sie sich regelmäßig fortbilden und ihre pädagogische Arbeit reflektieren.“ Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok hob besonders den Praxisbezug der Ausbildung hervor: „Wir brauchen die entsprechende Ausbildung, die hier wirklich vorliegt – nicht nur theoretisch, sondern auch mit den entsprechenden Praxisanteilen.“
Abteilungsleiterin Patricia Gerk griff in ihrer Rede ein Zitat von Konrad Zuse auf, dem Namensgeber der Schule: „Der Glaube an eine bestimmte Idee gibt dem Forscher den Rückhalt für seine Arbeit.“ Dieser Glaube – so Gerk – habe auch die Entwicklung der Fachschule geprägt. Ein philosophisches Gespräch über Bildung, geführt von Lehrerin Claudia Herz und Schülerin Katharina Bachmann (3FsSc), sowie ein eigens produzierter Film mit Stimmen aus verschiedenen Perspektiven rundeten das Programm ab. Der musikalische Ausklang leitete über zum Sektempfang, bei dem Erinnerungen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft wurden. Die Fachschule für Sozialwesen steht seit fünf Jahrzehnten für praxisnahe Ausbildung, Wertevermittlung und stetige Weiterentwicklung. Das Jubiläum war nicht nur Rückblick, sondern auch Ausblick – auf eine Zukunft, in der Herzensbildung mehr denn je gefragt ist.
