Leichtathletik 08.09.2025

30. Fulda-Marathon: Sport, Stimmung und starke Leistungen - Fotos

Fulda (sim) – Der 30. Fulda-Marathon lockte am Sonntag 2923 Laufbegeisterte in die Barockstadt - die zweithöchste Anzahl an Startern jemals bei dem Lauf durch die Domstadt. Bei spätsommerlichem Wetter strömten zahlreiche Zuschauer an die Strecke, Musikgruppen sorgten an mehreren Stellen für Stimmung und Anwohner standen spontan applaudierend an den Straßenrändern. Das Event vermittelte ein starkes Gefühl von Gemeinschaft, sportlichem Ehrgeiz und regionaler Verbundenheit (update).

Foto: Christine Görlich

Im Mittelpunkt standen natürlich die Sportlerinnen und Sportler. Nils Dernbach vom SV Frankenheim gewann den Fünf-Kilometer-Lauf in 18:25 Minuten. Er beschrieb das gemeinsame Laufen als das Schönste: „Ich war vor dem Start ziemlich aufgeregt und hätte nie mit dem Sieg gerechnet.“ Auch Laura Kohlmann von Stadtphysio Fulda, die mit 23:01 Minuten die beste Zeit bei den Frauen auf der Fünf-Kilometer-Distanz erzielte, lobte die große Teilnehmerzahl und die Stimmung. Sie kritisierte allerdings den direkten Start Fünf-Kilometer-Läufer unmittelbar nach den Zehn-Kilometer-Teilnehmern, was zu Staus geführt habe.

Der Zehn-Kilometer-Sieger Dirk Schilde aus Fulda, der als vereinsloser Läufer nach zehn Monaten Wettkampfpause antrat, erzählte von der motivierenden Atmosphäre: „Ich hatte keine großen Erwartungen. Die Stimmung hat mir beim Durchhalten geholfen. Es war wie eine Reise in alte Zeiten, da ich hier in den Neunzigern schon mitgelaufen bin.“ Er lief die Strecke in 35:35 Minuten. Nadine Hübel vom TV Dipperz, die nach einem schweren Skiunfall erst zum zweiten Mal wieder lief und die Frauenwertung über zehn Kilometer mit einer Zeit von 38:57 gewann, betonte die wichtige Rolle der Zuschauer: „Die Zuschauer haben mich wirklich getragen. Die Strecke war durch das Gedränge anspruchsvoll, aber die Unterstützung hat überwogen.“

Über die Halbmarathon-Distanz triumphierte Thomas Heß, Polizist aus Thüringen, in 1:08,03 Stunden. Er kannte die Strecke aus früheren Jahren und schätzte besonders die Abschnitte im Schlosspark und das Anfeuern im Stadion: „Das ist einfach besonders.“ Er nahm die Verkürzung der Strecke sportlich hin, auch wenn ihn die Abweichung ärgert.

Jana Lebenstedt vom Team F60 Sports, einem Gym aus Künzell, gewann bei den Frauen mit 1:13,47 Stunden. Für sie war der Lauf Teil der Vorbereitung auf einen Fitnesswettkampf. „Die Stimmung war familiär, ich kannte viele Gesichter am Rand. Die direkte Verfolgerin hat mich zusätzlich motiviert“, berichtete sie. Nur wenige Sekunden später kam Verena Goldfuß vom TSV Krofdorf-Gleiberg ins Ziel. Sie nutzt den Halbmarathon als Vorbereitung auf ihren kommenden Marathon. Besonders beeindruckt hat sie der mit Musik und Applaus: „Das war ein Gänsehautmoment.“

Der Start am Morgen verlief reibungslos und gut organisiert. Trotzdem kam es im Laufe des Rennens zu einer unerwarteten Situation: Die Strecke des Halbmarathons war für die Spitze etwa zwei Kilometer zu kurz. Die Ursache lag nicht in der Planung, sondern in einer fehlerhaften Führung durch das Führungsfahrzeug, das von der vorgesehenen Route abwich. Thomas Heß, der die Ziellinie als Erster durchquerte, bemerkte den Fehler anhand seiner Uhr, die nicht wie erwartet die 21,1 Kilometer anzeigte. Diese Veränderung sorgte für etwas Verwunderung und Unverständnis im Zielbereich. „Die Strecke wurde etwas verkürzt – aber alle sind angekommen“, sagte Diana Kaase, zweite Vorsitzende der LG Fulda. Sie betonte, dass die Ursache noch geprüft werden müsse, einen Schuldigen gebe es aber aktuell nicht.

Das Event war gut abgesichert: Neun Polizeifahrzeuge begleiteten das Rennen, 22 medizinische Helfer sorgten für die Sicherheit der Teilnehmer. Im Schlosspark kam es zu einem kleineren Einsatz wegen einer gestürzten Person, und im Zielbereich kümmerte sich die Praxis Bewegungsmitte von Christina König und Franziska König um kleinere Verletzungen und bot Massagen an. Sponsor Duo Plast unterstützte mit kostenlosen Laufcaps, die bei dem sonnigen Wetter für viele Läufer willkommen waren.

Trotz der kleinen Pannen blieb der 30. Fulda-Marathon ein Lauf voller positiver Emotionen und sportlicher Leidenschaft. Die gute Organisation, die Unterstützung durch Sponsoren und Helfer sowie die motivierende Atmosphäre sorgten dafür, dass das Jubiläum in guter Erinnerung bleibt.

 

Jürgen Schuck aus dem Organisationsteam, der auch die Siegerehrungen übernahm, zog nach dem Tag ein durchweg positives Fazit. Er lobte vor allem den reibungslosen Ablauf der Siegerehrung für knapp 3000 Teilnehmer und betonte, dass die ungeplante Streckenverkürzung zwar menschlich bedingt sei, jedoch nicht auf die Organisation zurückzuführen sei. „Wir entschuldigen uns für den Fehler und werden die Sache gründlich aufarbeiten“, erklärte Schuck. Gleichzeitig berichtete er, dass die Rückmeldungen zur Strecke durchweg positiv gewesen seien und die Zeitmessung sehr gut funktioniert habe, sodass die Ergebnisse zügig vorlagen. „Bei den Startzeiten gibt es noch Optimierungsbedarf, aber wir werden uns zusammensetzen und alles sorgfältig auswerten. Insgesamt sind wir sehr zufrieden, und abgesehen von der erwähnten Panne lief alles wie geplant“, so Schuck abschließend.