Lauter Applaus mischte sich unter die Blasmusik, als die Mitglieder der knapp 30 Vereine aus vier verschiedenen Richtungen auf den Domplatz marschierten. Viele Menschen waren gekommen, um dieses große Konzert zu sehen und gemeinsam mit dem Musikverband dessen 45. Jahrestag gebührlich zu begehen. „Eigentlich wollten wir den 40. Geburtstag gemeinsam feiern“, erklärte Erster Vorsitzender Heiko Stolz in seiner Begrüßungsansprache: „Aber Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Deshalb musste schlicht der 45. gefeiert werden, sagte er weiter.
Extra zu diesem Anlass hatte der Kreis- und Stadtmusikverband Fulda auch ein eigenes Lied geschrieben, dass die Musikkapellen – dirigiert vom Verbandsvorsitzenden selbst – live auf dem Domplatz uraufführten. „Mir geht ganz schön der Stift“, gab Stolz im Angesicht der vielen Zuschauer und der Größe des Orchesters zu, leitete dann aber hochprofessionell durch „Foll klingt voll“.
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld war voll des Lobes für die Musiker und zeigte sich hellauf begeistert über die tolle Performance. „Vielen Dank für diese Weltpremiere von ‚Foll klingt voll‘ hier bei uns auf dem Domplatz“, strahlte er: „Das war fantastisch.“ Doch damit nicht genug: „Ihr schickt hier auf dem Domplatz eine starke Botschaft: Nämlich, dass Musik verbindet“, freute sich Wingenfeld wie ein Schneekönig und fügte dann hinzu: „Hier auf dem Domplatz sind oft Stars zuhause. Peter Maffay, Roland Kaiser und viele mehr. Aber ihr seid die wahren Stars.“ Er bezeichnete Fulda als die „Hochburg des Kulturgutes Blasmusik“ und bat anschließend Heiko Stolz, dieses wunderbare Stück auch im kommenden Jahr auf dem Hessentag aufzuführen.
Das ließ sich der Verbandsvorsitzende nicht zweimal sagen und erklärte sofort scherzhaft das Abschlusskonzert dieses Wochenendes zur Generalprobe für das kommende Jahr. „Da lassen wir dann aber am besten 50 Vereine erklingen“, fügte er lachend an.
Nachdem Stolz Fuldas Blasmusik-Antwort auf „The Final Countdown“ von „Europe“ fertigdirigiert hatte, sprach Landrat Bernd Woide noch einige Grußworte. Auch er überhäufte die tapferen Musiker mit jeder Menge Lob. „Als Landrat kommt man ja viel rum“, berichtete Woide: „Und egal, wo ich hinkomme, die Musikerinnen und Musiker hier hinter mir sind immer schon da.“ Er dankte allen, die sich in einem Musikverein einsetzen, für ihr Engagement und ihren Beitrag zur Erhaltung der Gemeinschaft im Landkreis Fulda. Dann durfte er sich auch einmal feierlich am Taktstock versuchen. „Was passiert, wenn hoch professionelle Musikerinnen und Musiker auf einen amateurhaften Dirigenten treffen?“, fragte er das Publikum lachend und antwortete sogleich: „Das sehen wir jetzt. Ich bin nämlich der Amateur.“
Zum Abschluss wurde dann die deutsche Nationalhymne gespielt, bevor die Musiker in ihren verdienten Feierabend entlassen wurden und noch kräftig den Verbandsgeburtstag begehen durften.
Moderiert wurde die Feier von Michael Friedrich, der zum Einlaufen der Musikkapellen wichtige Fakten über die jeweiligen Vereine berichtete.
