Lokales FD 30.10.2025

Zwölf Jahre Bürgermeister: Malolepszy verabschiedet sich

Hosenfeld (sim) – Wechsel an der Spitze der Gemeinde Hosenfeld: Nach zwölf Jahren im Amt legt Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) am Freitagabend sein Amt nieder. Ab 1. November übernimmt Frederik Hohnstein die Leitung des Hosenfelder Rathauses. Für Malolepszy endet damit eine Zeit, die geprägt war von Zusammenhalt, großen Projekten und vielen persönlichen Momenten.

Peter Malolepszy mit seiner Familie. Archivfoto: Görlich Media

„An meinem allerersten Tag ging es direkt um eine verkeimte Quelle – das hat gleich mal den Kopf zum Rauchen gebracht“, erinnert sich Malolepszy schmunzelnd. Nur eine Woche später der nächste Einsatz: ein Norovirus-Ausbruch im Kindergarten. „Da dachte ich: Was ist denn hier los?“ Schon dieser Start zeigte, dass der Job kein gewöhnlicher ist – und auch kein einfacher werden würde.

 

Ein Hosenfelder mit Herz und Haltung

Der 62-Jährige ist in Hosenfeld geboren, „sogar als Hausgeburt“, wie er erzählt. Die Nähe zu den Menschen war immer spürbar – manchmal auch herausfordernd. „Ich kenne hier viele seit meiner Kindheit. Das ist schön, aber nicht immer leicht.“ In das Amt rutschte er früher als gedacht: Neun Monate vor der eigentlichen Wahl übernahm er die Amtsgeschäfte, weil sein Vorgänger Bruno Block aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. „Das war wie eine Schwangerschaft mit einer anstrengenden Geburt am Ende“, sagt er lachend. Wenn Malolepszy auf die vergangenen zwölf Jahre blickt, fällt die Bilanz umfangreich aus. Er nennt den Neubau von Feuerwehrhaus und Bürgerhaus mit neuem Dorfplatz in Hosenfeld als größtes Projekt seiner Amtszeit – rund drei Millionen Euro wurden investiert. Auch der Umzug des Rathauses in die ehemalige Metzgerei im Jahr 2021 war ein Meilenstein. „Wir haben das Gebäude saniert, verschönert und konnten eine Tagespflege integrieren. Das war mir wichtig.“ Hinzu kamen Sanierungen von Schwimmbad, Klärwerk und Wasserversorgung, der Ausbau von sieben Radwegen und die Modernisierung von zwei Bürgerhäusern. Besonders stolz ist Malolepszy auf die Feuerwehr. „Von acht Feuerwehrhäusern haben wir fünf saniert, sechs Fahrzeuge erneuert und drei weitere bestellt. Die Feuerwehr ist für mich das Herz der Gemeinde.“

 

Gemeinschaft, Krisen und Begegnungen

Neben vielen Erfolgen gab es auch Rückschläge. Der Großbrand beim Sägewerk der Gebrüder Hosenfeld zählt zu den prägendsten Ereignissen. „Das war erschreckend. Wir sind froh, dass der Betrieb weitermacht.“ Schmerzhaft seien auch die Schließungen der Grundschulen in Hainzell und Blankenau gewesen. „Dort waren meine eigenen Kinder – das hat wehgetan.“ Besondere Freude bereitete ihm dagegen die Begegnung mit einer Delegation aus Santa Anita in Argentinien im Jahr 2017. „Als ich davon hörte, dachte ich erst, das ist versteckte Kamera“, sagt er. „Aber daraus sind echte Freundschaften entstanden. Wir haben sogar Schüleraustausche organisiert.“ Auch die Aufnahme von 140 Geflüchteten stellte Hosenfeld vor große Aufgaben. „Das war nicht einfach, aber wir haben es gemeinsam geschafft. Durch runde Tische und Gespräche über Ängste ist viel Verständnis entstanden.“

 

Finanzielle Stabilität und persönliche Bilanz

Finanziell sieht Malolepszy die Gemeinde gut aufgestellt. „Als ich angefangen habe, hatten wir fünf Millionen Euro Schulden. Heute sind es 9,5 Millionen, aber wir haben auch fünf Millionen Euro Rücklagen. Unterm Strich stehen wir damit ausgeglichen da.“ Dass er überhaupt Bürgermeister wurde, war eigentlich nie geplant. „Ich wollte das nie werden“, sagt er offen. „Ich hatte Familie, war Trainer – und plötzlich war ich mittendrin. Aber ich würde es wieder tun.“ Über die Jahre habe sich seine Sicht auf das Amt verändert. „Ich dachte, das Fell wird dicker. Aber die Haut wird eher dünner. Gerade seit Corona sind die Menschen ungeduldiger geworden. Trotzdem habe ich unzählige schöne Begegnungen erlebt – das wiegt alles auf.“

 

Abschied mit Dankbarkeit

Mit seinem Abschied verbindet Malolepszy gemischte Gefühle. „Ich freue mich auf mehr Freizeit, auf meine Familie und auf dir Gartenarbeit mich auf mich jetzt wartet. Langweilig wird mir sicher nicht – ich bleibe ehrenamtlich aktiv und bin weiter als Hallensprecher beim Sport dabei.“ Seinem Nachfolger Frederik Hohnstein wünscht er einen guten Start. „Wir haben ihn bereits intensiv eingearbeitet. Ich wünsche ihm, dass er sich gut einfindet, seine Ideen umsetzen kann und Freude an der Aufgabe hat.“

Zum Schluss richtet Malolepszy noch einen Wunsch an die Menschen in seiner Heimatgemeinde: „Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder etwas zufriedener und gelassener werden. Uns geht es gut – das sollten wir nicht vergessen.“ Wenn Peter Malolepszy am Freitagabend – nach seiner offiziellen Verabschiedung am Donnerstag – den Staffelstab übergibt, endet eine Ära in Hosenfeld. Eine Zeit, in der er viel bewegt hat – und selbst bewegt wurde. Er wollte früher nie Bürgermeister werden – nun tritt er mit großer Dankbarkeit ab: „Aber ich bin froh, dass ich es war.“