Der Wisent – gewaltig, gefährdet, gerettet? Mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne und einer Schulterhöhe von fast zwei Metern ist der Europäische Bison (Bison bonasus) das größte Landsäugetier Europas. Charakteristisch sind der massive Kopf, das zottelige Halsfell und die kurzen, nach innen gebogenen Hörner. Doch all das schützte ihn nicht vor der beinahe vollständigen Ausrottung durch Wilderei, zunehmende Landnutzung und Krankheiten.
Bereits vor 1700 galt der Wisent in Deutschland als ausgestorben. Anfang des 20. Jahrhunderts überlebten weltweit nur noch 54 Tiere in Gefangenschaft. Zwölf davon bildeten die Basis für ein intensives Arterhaltungsprogramm. Heute ziehen wieder tausende Wisente durch osteuropäische Regionen wie den Bia?owie?a-Urwald in Polen. Trotz dieser Erfolge bleibt der Wisent potenziell gefährdet. Zersplitterte Lebensräume, geringe genetische Vielfalt, Krankheiten und mangelnde Akzeptanz stellen weiterhin große Herausforderungen dar.
Als Herden- und Weidetiere gestalten Wisente ihre Umwelt aktiv mit: Sie öffnen Lichtungen, fördern die Pflanzenvielfalt und schaffen Lebensräume für zahlreiche weitere Arten. Das ausgestellte Schädelpräparat macht eindrucksvoll deutlich, wie imposant – und gleichzeitig wie verletzlich – diese Tierart ist. Weitere Informationen unter: www.fulda.de/objekt-des-monats
