Wunden lecken ist bei der SG Johannesberg jede Woche angesagt – selbst bei einem spielfreien Wochenende wie zuletzt nach dem 1:4 gegen Barockstadt II. „Wenn wir eine Katze wären, hätten wir wahrscheinlich schon kein Fell mehr“, sagt Trainer Meik Voll, der seiner Mannschaft weiterhin nichts vorwerfen kann – im Gegenteil: „Uns fehlt eben die Qualität und das Matchglück. Aber wir machen nicht alles falsch, in den letzten 14 Tagen war die Trainingsbeteiligung sehr hoch. Das ist ein klares Signal der Mannschaft, dass sie den Weg weiter mit geht“. Die SGJ arbeite weiter darauf hin, ein Spiel mal glücklich, dreckig und vielleicht auch unverdient zu gewinnen, so der Coach: „Bei zwei Punkten nach 14 Spielen ist einfach wichtig, dass du die Mannschaft zusammenhältst“.
Am Sonntag kommt nun ausgerechnet der Club, den Voll wohl am besten von allen kennt: 14 Jahre lang war er insgesamt im Königreich, hat noch immer gute Kontakte nach Flieden, kennt Trainer Christian Kreß, der noch unter Voll spielte, und weitere Akteure. „Ob Kreß, Happ oder wer auch sonst – sie wollen bestimmt nicht gegen mich Federn lassen“, schmunzelt der Johannesberger Trainer: „Aber in den 90 Minuten geht es nicht darum, welchen persönlichen Draht wie zueinander haben. Das steht an zweiter Stelle. Wichtig ist, dass wir gut vorbereitet sind – und ein Eindruck habe ich“. Sollte es nochmal regnen, droht der Rasen in Johannesberg womöglich unbespielbar zu werden, Stand Freitag sehe es aber gut aus. Somit könnte das Schicksal für eine Fügung sorgen, die den Ergebnissen von Eiterfeld und Eichenzell zuletzt gegen die Spitzenteams gleichen würde: „Sie sind ja die besten Beispiele, dass das Unmögliche doch möglich scheint“, so Voll, der aber ganz genau weiß, dass es ihm die Buchonia nicht einfach machen wird. Dennoch stimmt die Einstellung bei der SGJ: Während der spielfreien Woche gab es Teambuilding auf der Bowlingbahn, einen Tag mehr frei, und Training mit großem „Einsatzwillen“ auf dem Kunstrasen. Positives gab es auch von Patrick Post: Er muss nach seinem Meniskus-Einriss nun doch nicht operiert werden, das ergab eine spezifische Untersuchung, er könne zum Frühjahr wieder einsteigen.
Zweites Osthessen-Duell am Sonntag: Soden hinterfragt sich
Zwei Pleiten in Folge: Die SG Bad Soden befindet sich in einem Tief, und das auf der Zielgeraden der Hinrunde. Den Spieß umdrehen können und wollen die Sprudelkicker am Sonntag bei der U23 der SG Barockstadt. Die Ursache für die kleine Ergebniskrise ist schnell gefunden: In Kassel und auch gegen Eiterfeld/Leimbach legte die SG Bad Soden jeweils nur eine gute Hälfte hin. „Wir müssen jetzt mal wieder zwei ordentlich Habzeiten spielen“, fordert Trainer Lars Schmidt, der aber auch nicht alles schlechtreden will: „Natürlich haben wir in diesen Spielen nicht das Selbstvertrauen gewonnen, was wir gebraucht hätten, aber die Mannschaft war zu dieser Saison neuformiert und tritt insgesamt ordentlich auf“. Die Tabelle ist derweil „geradegerückt“ worden: Die Hessenliga-Absteiger Steinbach und Wolfhagen lauern im Nacken, Soden liegt auf Platz zwei, und Spitzenreiter Kassel II patzte ebenfalls in Eichenzell: „Diesmal habe ich das nicht verfolgt, umso überraschender war das“, sagt Schmidt: „Aber für uns ist das gerade nicht ausschlaggebend, weil wir unsere Spiele erstmal wieder gewinnen müssen“. Der Coach wolle durchaus hinterfragen, ob etwas an der Ausrichtung der Sodener geändert wird: „Wir hatten bisher sehr offensiv aufgestellt, das ist ja auch bis auf die letzten beiden Spiele gutgegangen. Vielleicht müssen wir es etwas defensiver angehen“. Allerdings fehlt Till Hilchenbach weiterhin, auch Alexander Okyere ist noch angeschlagen. Edim Saracevic sei derweil eine Option, doch auf die taktische Ausrichtung wolle sich Schmidt noch nicht festlegen und die Trainingswoche abwarten. Klar ist: Fünf Gegentore aus zwei Partien waren zu viel, das konnte selbst die starke Offensive der Sprudelkicker nicht kompensieren. Mit der U23 der SG Barockstadt wartet in Lehnerz nun ein ähnlicher Gegner wie Spitzenreiter Kassel: „Sie sind ambitioniert und haben sich etwas stabilisiert. Das wird ein offenes Spiel“, prognostiziert der 60-Jährige.
Weiterhin spielt am Sonntag (15 Uhr) der SV Hofbieber beim Spitzenreiter Hessen Kassel II und der SV Steinbach bereits am Samstag (14.30 Uhr) bei der SG Klei/Hun/Doh. Zum Derby zwischen Eiterfeld/Leimbach und Eichenzell gibt es eine separate OZ-Vorschau.
Verbandsliga
Samstag
14.30 Uhr
Eiterfeld/Leimbach – Eichenzell (in Eiterfeld)
Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – SV Steinbach (in Hundelshausen)
Willingen – Vellmar
15 Uhr
Calden/Meimbressen – TSV Wabern
Sonntag
14 Uhr
Lichtenauer FV – Wolfhagen
14.30 Uhr
Barockstadt Fulda-Lehnerz II – Bad Soden (in Lehnerz)
14.45 Uhr
Johannesberg – Flieden
15 Uhr
Hessen Kassel II – Hofbieber
