Lokales FD 22.10.2025

Übergabe braucht Weitblick - Fuldaer Nachfolgetag zeigt Perspektiven

Fulda – Von Silas Messing – Wenn es um die Übergabe von Unternehmen und Vermögen geht, ist eines sicher: Wer zu spät handelt, riskiert nicht selten das eigene Lebenswerk. Mit dem neuen Veranstaltungsformat Fuldaer Nachfolgetag haben die Kanzlei Muth & Partner und die Sparkasse Fulda am Dienstagnachmittag genau diese Thematik in den Mittelpunkt gerückt – praxisnah, verständlich und mit einer Portion Klartext.

Foto: Silas Messing.

Im „Haus der Kirche“ in Fulda erwartete die rund 60 Gäste ein kompaktes Programm rund um rechtliche, steuerliche und strategische Fragen der Nachfolge. Aber auch weiche Faktoren, die oft unterschätzt werden, standen auf der Agenda – wie zum Beispiel familiäre Erwartungen, emotionale Dynamiken oder Wertefragen innerhalb der Generationen. Denn eine gute Nachfolgeplanung sei weit mehr als ein Paragraphenspiel.

Nach der offiziellen Begrüßung im Großen Saal startete die Veranstaltung mit zwei parallel laufenden Fachpanels. Unter dem Titel „Unternehmensnachfolge verschlafen? So riskieren Sie Ihr Lebenswerk“ gaben Dr. Benjamin Weiss und Torsten Kramm einen klaren Überblick darüber, warum Zeit ein entscheidender Faktor ist – und welche Fallstricke bei Übernahmefinanzierungen, steuerlichen Regelungen oder der Liquiditätsplanung lauern. Parallel dazu beleuchteten Dr. Tarek Bary und Sebastian Christ die rechtlichen und steuerlichen Gestaltungsoptionen der Vermögensnachfolge – praxisnah, konkret und mit strategischem Blick auf typische Herausforderungen vermögender Privatpersonen und Unternehmerfamilien. Nach einer kurzen Pause folgte eine Keynote der Unternehmerin Isabel Grupp-Kofler mit dem Titel „Das unsichtbare Erbe – Weiche Aspekte als Erfolgsfaktor in der Nachfolge“. Sie sprach über zwischenmenschliche Faktoren, emotionale Barrieren und darüber, wie man Nachfolge auch als kulturellen Prozess begreifen kann.

Zum Ausklang des Tages bot ein Get-Together mit kulinarischer Begleitung von Nobel & Josef Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In lockerer Atmosphäre nutzten die Gäste die Möglichkeit, mit den Experten ins Gespräch zu kommen, Fragen zu vertiefen oder neue Kontakte zu knüpfen. „Unser Ziel ist es, den Blick für das große Ganze zu öffnen“, sagte Dr. Tarek Bary von Muth & Partner. „Wer zu lange zögert oder die Nachfolge auf das Notarielle reduziert, vergibt große Chancen – für sich selbst, für die Familie und oft auch für die Gesellschaft. Wir wollen Orientierung geben, konkrete Impulse liefern und den Austausch fördern“ fügte Bary noch hinzu.

Nachfolgetag in Fulda. Fotos: Silas Messing.