Ab dem Nachmittag herrschte reges Treiben: In der Hauptstelle in Fulda begeisterte Zauberer Gerrit das Publikum gleich zweimal mit seinem Mitmach-Zaubertheater, während parallel in Hünfeld Stephan von Köller auftrat. „Für uns ist das natürlich ein tolles Erlebnis“, sagte Richard Hartwig aus dem Vorstandsstab. Viele Eltern hielten nach dem Abholen ihrer Kinder aus den Kindertagesstätten direkt bei der Bank an, um gemeinsam die Spardose auszuleeren. Die Sparkasse hatte sich dafür einiges einfallen lassen: Für Kinder gab es kleine Präsente wie Freundebücher, Müsli-Boxen, Kuscheltiere oder Bausätze für Vogelhäuschen. Für ältere Kunden lag erstmals ein Familienkalender bereit – ein neues Angebot, das sehr gut angenommen wurde.
Doch der Weltspartag ist weit mehr als ein Aktionstag mit Zaubershows und Geschenken – er soll den Grundgedanken des Sparens lebendig halten. „Der Weltspartag zieht immer noch“, sagte Hartwig. „Wir müssen entsprechende Angebote oder auch Anreize schaffen, um Menschen für finanzielle Bildung, für Vorsorge und solche Themen zu interessieren.“ Besonders Kinder sollen an diesem Tag erleben, was mit ihrem Ersparten geschieht. „Was bei den Kindern im Kopf bleibt, ist ganz einfach: Wenn du immer wieder mal fünf oder 50 Cent in die Dose steckst und sie dann geleert wird, gezählt und auf ein Buch eingetragen wird“, erklärte Hartwig. So werde der abstrakte Wert des Geldes für die Jüngsten greifbar und das Sparen zu einem echten Erlebnis.
Auch gesellschaftlich hat der Weltspartag seinen festen Platz. „Wir haben eine öffentliche Trägerschaft, wir haben eine Satzung, und da steht ganz klar drin: Vermögensbildung für breite Bevölkerungskreise ist eure Aufgabe – der Weltspartag trägt dazu bei“, betonte Hartwig. Der Tag biete Gelegenheit, Kunden zu danken und gleichzeitig das Thema finanzielle Bildung in den Mittelpunkt zu rücken. „Ich glaube, gerade in der jüngeren Generation wächst mittlerweile das Bewusstsein, dass man was tun muss.“
Dass Bargeld dabei noch immer eine große Rolle spielt, überrascht viele Menschen immer wieder. „Man staunt, was doch an Münzgeld noch so im Umlauf ist“, sagte Hartwig. „Ohne Hartgeld kann Deutschland dann doch noch nicht.“ Im Jahr 2024 wurden bei der Sparkasse Fulda rund 4500 Einzahlungen mit einem Gesamtvolumen von etwa 900.000 Euro Münzgeld gezählt – das entspricht rund 8,5 Tonnen Kleingeld. Auch für die Mitarbeitenden ist der Weltspartag ein besonderes Erlebnis. „Hinter den Schaltern sind ja fast alles Azubis – also ein großer Teil. Für die ist das auch ein Highlight“, betonte er.
Am Vormittag war der Tag noch ruhig, doch ab dem frühen Nachmittag strömten immer mehr Familien in die Filiale. „Wir hatten mal vor ein paar Jahren das Gefühl, dass das Interesse etwas nachlässt – aber in den vergangenen beiden Jahren ist es fast wie in alten Zeiten“, fasste Hartwig zufrieden zusammen.
