Damit greifen die Oblatenmissionare eine schöne und alte Tradition auf, die mit dem heiligen Franz von Assisi verbunden ist. Der Gedenktag des Ordensgründers fällt nicht ohne Grund mit dem Welttierschutztag zusammen – denn Franziskus gilt als einer, der sich allen Geschöpfen tief verbunden fühlte. Viele Geschichten erzählen davon, wie er mit Tieren sprach, Vögeln predigte und sich für die Würde der Schöpfung einsetzte. „Auch wir spüren diese Verbundenheit – heute vielleicht mehr denn je“, sagt Pater Felix. „Tiere begleiten uns, sie schenken Nähe, Vertrauen und Trost. Für viele Menschen sind sie längst auch ein Teil der Familie geworden“, so der tierliebende Pater weiter. Was früher für Nutztiere selbstverständlich war – sie wurden gesegnet, um vor Krankheit und Unheil geschützt zu sein – gelte heute auch für die tierischen Gefährten im Alltag. Die Tiersegnung sei ein Zeichen der Dankbarkeit und des Respekts vor der Schöpfung. Sie mache deutlich: Auch Tiere stehen unter Gottes Schutz und verdienen unsere Fürsorge.
Die Segnungsfeier auf der Klosterwiese wird eingebettet in einen kurzen Wortgottesdienst. Anschließend sind alle Zwei- und Vierbeiner – bei gutem Wetter – eingeladen, bei einem kleinen Imbiss zu verweilen. „Ich freue mich über jedes Tier, das kommt – ob Hund, Pferd, Ziege oder Schildkröte“, sagt Pater Felix mit einem Lächeln. Die Oblatenmissionare in Hünfeld hoffen auf viele Besucherinnen und Besucher – mit großen oder kleinen Tieren, auf vier oder zwei Beinen, mit Fell oder Federn. Oder ganz elegant: mit einem Gespann auf Rädern in einer Kutsche.
