„Wir sind unterwegs mit der Frage Tourismus“, sagte Weinmeister. Aufgrund der allgemeinen finanziellen angespannten Situation der Städte und Gemeinden stehe auch der Tourismus vor einer großen Herausforderung. Daher informierte sich der Regierungspräsident im Rahmen seiner Reise „RP vor Ort“ im US-Camp auf Point Alpha über verschiedene wichtige Themen, Anliegen oder Projekte der Gedenkstätte. Point Alpha biete ein breites Portfolio an Themen für unter anderen Schulen, Reisegruppen aber auch normalen Besuchern. So werden neben dem Kalten Krieg oder der deutschen Teilung viele weitere teilweise auch kritische Themen im Rahmen von Workshops, Führungen oder weiteren Programmpunkten thematisiert. Besonders beliebt sei dabei das Sommerkino und die Zeitzeugen, die durch ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse die Führungen immer wieder zu etwas besonderem machen. Aufgrund des Ukraine-Kriegs konnte das frühere Camp nochmal an Aufmerksamkeit dazugewinnen. Etwa 60.000 Besucher im Jahr finden den Weg an die Gedenkstätte. Auch bei Schulen ist Point Alpha als Reiseziel durchaus beliebt. So besuchten im abgelaufenen Jahr etwa 15.000 Schüler aus 500 Schulklassen aus ganz Deutschland die 100.000 Quadratmeter große Fläche. Wie wichtig diese Führungen gerade für junge Menschen sind, beschrieb Benedikt Stock, Geschäftsführender Vorstand der Point Alpha Stiftung. „Gerade im Rhein-Main Gebiet stellen wir fest, dass teilweise nicht alle wissen, dass Deutschland mal geteilt war. Sie erfahren es erst dann hier“, stellte er überrascht fest. Als Aufgabe hat sich Point Alpha gesetzt, auch mal kritische Themen aufzugreifen und Impulse zu setzen.
„Wir blicken mit ein bisschen Sorge in die Zukunft“, gestand Stock. Die Point Alpha Stiftung finanziere sich zum großen Teil selbst, beispielsweise durch Eintrittsgelder. Das Land Hessen als auch Thüringen stellen der Gedenkstätte zusätzlich Förderungen im kleinen Rahmen zu Verfügung, beispielsweise für Projekte. Ob die Stiftung auch in den nächsten Jahren auf die Förderungen hoffen kann, konnte Stock nicht sagen. Die Instanthaltungskosten belaufen sich jährlich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Für die Zukunft wünschte sich der Geschäftsführer daher weiterhin einen so großen Rückhalt aus der Politik als auch bei den Besuchern zu spüren. „Wir sind die besucherstärkste Gedenkstätte in Hessen“, hob Stock hervor.
Im Rahmen der Reise von Regierungspräsident Weinmeister findet am Donnerstag ein „Tourismusgipfel“ statt. Ziel der Veranstaltungsreihe „RP vor Ort“ ist es, zu erörtern, wie die Region auch weiterhin gestärkt und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Regierungspräsident Weinmeister möchte zudem die tägliche Arbeit des RP Kassel kommunizieren und für die Menschen in der Region verständlich machen. Schwerpunkte der eintägigen Bereisung am 15. Oktober bilden die Facetten und Herausforderungen des Tourismus zwischen Weser, Sauerland und Rhön. „Wir wollen Verbindungen knüpfen. Das wurde sich von den vielen Bürgermeistern gewünscht“, so der Regierungspräsident.
