Fußball 14.10.2025

Regionalliga – SGB tritt auf der Stelle – Gardemaß und „Grausamkeit“

Fulda (pf) – Das 1:1 zwischen der SG Barockstadt und dem SV Sandhausen in der Fußball-Regionalliga am Samstag war absolut leistungsgerecht, jedoch fehlten auf beiden Seiten die Ideen mit Ball und vor allem große Torchancen. So richtig konnte mit dem Remis auch keiner etwas anfangen – eher vielleicht noch die SGB, die aber nun schon zum neunten Mal in zwölf Saisonspielen 0:1 in Rückstand geriet. Und das abermals unnötig.

Moritz Dittmann (Mitte) hatte als Stürmer keinen einfachen Stand gegen Sandhausens Defensive, ackerte aber trotzdem auffällig. Foto: Christine Görlich

Auch wenn die SGB mit anderen Teams gemeinsam nun die meisten Unentschieden (fünf) nach zwölf Spieltagen in der Regionalliga Südwest gesammelt hat, so stimmte doch auch am Samstag wieder die Art und Weise des Auftretens: Über weite Strecken sah Trainer Daniyel Cimen eine „ordentliche“ Leistung seiner Mannschaft, in einem Spiel, in dem es überhaupt wenige Torchancen gab, erst recht aus dem Spiel heraus. „Der finale Pass hat bei beiden etwas gefehlt. Beide Defensiven haben aber gut verteidigt, sodass das Ergebnis völlig gerecht war“.

Was Cimen etwas ärgerte – auch wenn seine Mannschaft sich abermals nicht aus der Bahn werfen ließ und direkt Chancen zum Ausgleich hatte – war erneut ein 0:1-Rückstand. Übrigens schon der neunte in zwölf Spielen. „Das ist in der Summe mittlerweile zu oft passiert in dieser Saison. Klar sind wir schon zurückgekommen und haben die Spiele teilweise gedreht, aber wir wollen versuchen, da noch konzentrierter am Anfang der Spiele zu Werke zu gehen“. Das Gegentor gegen Sandhausen entstand diesmal aus einer „Fehlerkette“ heraus – die SGB wollte früh draufgehen, wurde vom Gegner mit zwei Pässen schnell ausgespielt, dann zog niemand das Foul, Hans Sarpei konnte nicht klären und Keeper Justin Duda wurde auf dem falschen Fuß erwischt. „Das hat ins Bild gepasst“, so Cimen, der dabei aber auch die spielerischen Qualitäten der Gäste hervorhob.

Ansonsten hatte es die Barockstadt aber gut im Griff: Gerade die Standards verteidigten die Fuldaer gut, gegen einen SVS mit Gardemaß: „Sechs oder mehr Spieler waren an die 1,88 Meter – oder größer. Da war natürlich eine enorme Physis vorhanden“. Auf der anderen Seite hatten die Fuldaer Stürmer gegen die Defensive einen schweren Stand, zumindest aber über links ging mit Schmitt und Dittmann, die die Tiefe suchten, zwischenzeitlich mehr, und Sandhausen nahm sogar Benedikt Wimmer vor der Pause und bereits Gelb vorbelastet runter, weil Moritz Dittmann ihm Probleme bereitete. Schmitt wiederum belohnte sich später mit dem Ausgleich und für sein Risiko, den Ball volley zu nehmen. Das 1:1 resultierte aus einem Einwurf heraus, aus dem Spiel heraus war es auch im zweiten Durchgang auf beiden Seiten dünn.

„Es war klar, dass nicht so viele Tore fallen werden. Sandhausen hat auch leidenschaftlich verteidigt und sich in alles reingeschmissen“, so Cimen. Dass die Barockstadt ihren (personell etwas gebeutelten) Gegner früh unter Druck zu setzen versuchte, nahm auch Sandhausens Trainerfuchs Olaf Janßen wahr, der gerade 59 geworden ist: Er suchte auf der Pressekonferenz nach Abpfiff den richtigen Ausdruck und bezeichnete das eigene Spiel mit Ball als „nicht grausam – aber nah dran“. Nach zuvor 29 Gegentoren in elf Spielen und einem 1:5 gegen Steinbach Haiger wollte Janßen aber auch Leidenschaft sehen – und zumindest das bekam er: „Die Mannschaft war gefordert, was Einstellung und Intensität betrifft. Fulda hat uns gestresst, am Ende war das Unentschieden leistungsgerecht. Ich denke, die Zuschauer haben ein spannendes Spiel gesehen“. Janßen gab sich als angenehmer Zeitgenosse, gratulierte Cimens Elf zu einem „sehr guten Spiel“ – das Wiedersehen am Hardtwald gibt es übrigens Mitte April.