Lokales FD 25.10.2025

Raststätte Uttrichshausen wird erweitert – Streit beigelegt - Fotos

Uttrichshausen – von Janosch Hensel – Die Tank- und Rastanlage Uttrichshausen West an der A7 platzt aus allen Nähten, vor allem ausreichend Stellplätze für Lkw sind aktuell Mangelware. Nun ist allerdings eine Lösung in Sicht, die Rastanlage wird erweitert: Nach jahrelangem Streit, Diskussionen und einer Klage hat sich die zuständige Autobahn GmbH mit der Gemeinde Kalbach geeinigt. Zur offiziellen Unterzeichnung der Vereinbarung waren am Freitagmittag neben Kalbachs Bürgermeister Mark Bagus auch Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand sowie Dr. Hendrik Schüler aus dem hessischen Verkehrsministerium vor Ort.

Von links: Dr. Michael Güntner, Julia Rös, Michael Brand, Dr. Hendrik Schüler, Mark Bagus und Erster Beigeordneter Kalbachs, Markus Hackenberg. Foto: Janosch Hensel

Vor allem bei Anwohnern von Uttrichshausen sorgten die Pläne im Vorfeld für massive Kritik – immerhin sollte die Erweiterung in Richtung Ort gebaut werden, sodass die Lkw nur noch wenige hundert Meter von den ersten Wohnhäusern des 900-Seelen-Dorfes entfernt parken würden. Daran wird sich auch nichts ändern, allerdings verständigte sich die Gemeinde mit der Autobahn GmbH auf einen Kompromiss. Dieser beinhaltet eine bis zu acht Meter hohe Sichtschutzwand zum Schutz der Anwohner und sternenparkkonforme Leuchtmittel für die Raststätte zur Verringerung der Lichtstärke sowie eine Grünstreifenbepflanzung, welche an den Radweg angrenzt.

Vorausgegangen war ein über zwölf Jahre langer Streit zwischen der Gemeinde Kalbach und der zuständigen Autobahn GmbH, der seinen Höhepunkt im Jahr 2024 hatte: Der damalige hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) hatte zwei Tage vor dem Regierungswechsel den Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung unterzeichnet, ohne jedoch vorher nochmal mit der Gemeinde Kalbach im Gespräch gestanden zu haben – und erntete dafür massive Kritik. Umso erfreulicher sei es nun, dass alle Beteiligten Parteien nochmal an einen Tisch zusammengekommen seien, das betonte auch Kalbachs Bürgermeister Mark Bagus: „Wir hätten auch damals gerne Gespräch geführt und wären dazu bereit gewesen. Die Klage ist die einzige Option gewesen. Umso mehr freue ich mich, dass wir auch nach der Unterzeichnung nochmal ins Gespräch gekommen sind.“ Bagus bedankte sich in diesem Sinne explizit bei der Autobahn GmbH, denn: „Der ursprüngliche Plan hätte vollzogen werden können, der Beschluss war unterschrieben.“ Doch die Autobahn GmbH, vor Ort vertreten durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung Dr. Michael Güntner sowie Julia Rös, Leiterin der Außenstelle Fulda, zeigte sich kooperationsbereit. „Es gab viel Ärger, viele Diskussionen. Aber der getroffene Kompromiss kommt den Menschen zu Gute. Letztendlich haben alle an einem Strang gezogen. Vor allem die Bürgerinnen und Bürger von Uttrichshausen haben ihren Beitrag geleistet und haben meine größte Anerkennung dafür, was sie mit ihrer Zustimmung zu der Vereinbarung schultern“, betonte Güntner und bedankte sich in diesem Zuge auch bei Michael Brand, der sich die Sorgen der Bürger stets zu Eigen gemacht habe.

„Ich denke, es ist uns gelungen, das Beste für Uttrichshausen herauszuholen. Die getroffenen Maßnahmen wurden mit Rücksicht auf die Bürgerinnen und Bürger getroffen und sind übergesetzlich“, hob auch der Parlamentarische Staatssekretär noch einmal den ursprünglich bereits unterschrieben, aber nicht umgesetzten Planfeststellungsbeschluss hervor: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass alle an einem Strang gezogen haben, auch wenn sicherlich unterschiedliche Interessen bestehen.“ Die Interessen der Gemeinde Kalbach präzisierte auch Dr. Hendrik Schüler, stellvertretender Abteilungsleiter Straßen und Verkehrswesen im hessischen Verkehrsministerium, noch einmal: „Licht, Sicht und Lärm waren die wesentlichen Belange der Einwohner von Uttrichshausen. Das Land Hessen hat dahingehend versucht, zu vermitteln – und man hat gesehen: Mit Gesprächen kommt man weiter.“ Schüler vertrat den verhinderten Verkehrsminister Kaweh Mansoori vor Ort, ließ jedoch ausrichten, dass auch Mansoori selbst ein großes Interesse daran hatte, dass der Konflikt beigelegt werde. Der hessische Verkehrsminister war bereits im März 2024, zwei Monate nach seinem Amtsantritt, an der Raststätte vor Ort und konnte sich ein Bild verschaffen. „Der Konflikt ist beigelegt. Das ist eine gute Nachricht! Mit der Unterzeichnung des Vergleichsvertrages konnte nun eine gute Einigung erzielt werden, mit der die Interessen aller Beteiligten gewahrt werden“, ließ Mansoori ausrichten.

Unterzeichnung der Vereinbarung zur Raststätten-Erweiterung. Fotos: Janosch Hensel