Die Lesung war nicht nur Auftakt für das große Konzert am Abend im Kulturzentrum Kreuz, sondern auch ein Herzensprojekt, das zeigte: Punk ist mehr als Musik – es ist eine Haltung, die schon den Kleinsten mitgegeben werden kann. Begrüßt wurden die rund 50 Gäste von Andreas Goerke, Vorsitzender des Vereins „Fulda stellt sich quer“, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Kulturzentrum Kreuz, der Buchhandlung und der Band auf die Beine gestellt hatte. Es sei etwas ganz Besonderes, eine Band wie ZSK an diesem Ort zu erleben, hieß es. Und in der Tat: Der kleine Raum war erfüllt von gespannter Aufmerksamkeit und Vorfreude, als die Bandmitglieder die Buchhandlung betraten – samt Verstärker, Instrumenten und ganz viel Herz.
Die Band selbst berichtete augenzwinkernd von kleinen Pannen am Vormittag – die Musiker waren fast zu spät gekommen durch eine Verletzung beim Packen des Tourbusses. Aber „irgendwie passt das ja perfekt zur Geschichte“, lachte Joshi. Denn „Mikas erstes Punkkonzert“ erzählt genau davon: von chaotischen Momenten, vom Mut, anders zu sein, und vom Zauber, wenn jemand zum ersten Mal erlebt, wie sich Musik anfühlt, wenn sie nicht nur im Ohr, sondern auch im Herzen ankommt. Die Hauptfigur Mika bereitet sich auf ihr erstes Konzert vor – mit Gehörschutz, mit T-Shirt und jeder Menge Aufregung. Gemeinsam mit ihrer Freundin Mia steht sie in der Schlange vor der Konzerthalle, bestaunt bunte Haare, Tattoos und die Stimmung, die so anders ist als alles, was sie kennt. Auf Papas Schultern sieht sie, wie jemand ins Publikum springt. Sie singt mit, spürt die Energie – und bekommt am Ende eine Schatztüte von den Musikern. Als das Auto ihrer Familie auf dem Rückweg streikt, springt die Band kurzerhand ein und nimmt sie im Tourbus mit nach Hause. Zuhause angekommen träumt Mika davon, selbst einmal eine Punkband zu gründen.
Zwischen den Kapiteln sprach Joshi darüber, was ihn zu diesem Buch bewegt, hat: „Ich wollte zeigen, dass Punk nicht nur laut ist, sondern auch lieb. Dass es um Zusammenhalt geht, darum, sich treu zu bleiben – und nicht zu schweigen, wenn etwas ungerecht ist.“ Und genau das war in Fulda an diesem Nachmittag zu spüren. Auch Goerke zeigte sich bewegt: „ZSK steht seit Jahren für Zivilcourage, Antirassismus und Haltung – dass sie das nun auch Kindern vermitteln, ist einfach großartig.“
Im Anschluss an die Lesung griff Joshi zur Gitarre, spielte ein paar ZSK-Songs in ruhiger Version – unplugged, nahbar, mitten im Publikum. Die Kinder und Eltern sangen mit, wippten im Takt, klatschten begeistert. Ausmalbilder, die andere Kinder nach vorigen Lesungen eingeschickt hatten, wurden gezeigt – und auch dieses Mal wurde darauf hingewiesen: Wer möchte, darf gerne etwas malen und es der Band zusenden.
