Handball 05.10.2025

Oberliga – Totale Gegensätze: HSV kassiert 51 Stück, TVH nur 18

Osthessen (pf) – Nichts zu holen gab es für den Hünfelder SV auch am dritten Spieltag der Handball-Oberliga Nord: Beim Aufsteiger TV Külte unterlag der HSV am Samstagabend mit 36:51 (21:24). Anders der TV Hersfeld: Die Festspielstädter behaupteten ihre Tabellenführung mit einem 31:18 (13:10)-Auswärtssieg beim TSV Ost-Mosheim.

Nicolas Reuchsel und der Hünfelder SV kamen in Külte unter die Räder. Archivfoto: Christine Görlich

TV Külte – Hünfelder SV 51:36 (24:21)

Fast jede Minute ein Gegentor gab es am Samstag für den Hünfelder SV beim TV Külte. „36 Tore sind absolut okay. Aber wir haben unheimlich viele technische Fehler gemacht und den Gegner damit immer mehr ins Spiel gebracht“, haderte HSV-Coach Stephan Kimpel und sprach hintenraus von defensiver „Arbeitsverweigerung“.

Dabei begann die Partie eigentlich ausgeglichen: Mit 6:7 lag der HSV nach zehn Minuten hinten und war auch danach ständig dran am Gegner: Nach knapp 18 Minuten führten die Gäste sogar wieder mit 13:12, ehe der Gegner das Tempo bis zur Pause nochmal hochschraubte. Doch Punkte waren längst nicht außer Reichweite, drei Treffer trennten beide Teams zur Halbzeit. Danach brachen aber alle Dämme, Külte konnte sich immer weiter absetzen und der HSV bekam die Schlüsselspieler nicht in den Griff: Heinrich Wachs, der als Neuzugang zum Aufsteiger kam, traf sechsmal, Adrian Kann sogar zwölfmal – davon sechs Tore aus sieben Metern. Den Hünfeldern gelangen in der zweiten Halbzeit überhaupt nur 15 Treffer, das war am Ende zu wenig, um die schwache Abwehrleistung zu kompensieren. „Wir haben trotz einer Erkältungswelle gut mitgespielt, mussten dadurch aber viel wechseln, weil die Luft fehlte. Das sind aber alles keine Ausreden, denn wir haben nach der Halbzeit genau das Gegenteil von dem gemacht, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Kimpel und sah den Knackpunkt auch in der Einstellung: „Vielleicht sind wir etwas leichtsinnig hergefahren. Der Wille war beim Gegner klar zu sehen, das sieht man an den Zeitstrafen, und wie viele Siebenmeter sie gezogen haben. Da muss man nichts schönreden heute, aber wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen konsequent dranbleiben. Wir saßen schon zusammen und haben die Fehler angesprochen, jetzt müssen wir weiter daran arbeiten, aber können nicht alle Baustellen auf einmal angehen“, so Kimpel.

Hünfeld: Roye, Schäfer (2), Menth, Reuchsel (6), Schott (7), Gute (5), Aha (2), Sauerbier (6), Hohmann, Schuch (3), Becker (4), Simon (1).

 

TSV Ost-Mosheim – TV Hersfeld 18:31 (10:13)

Über drei Minuten pro Gegentor: Die Defensive des TV Hersfeld stand am Samstagabend richtig gut und war das Fundament des Auswärtserfolgs beim TSV Ost-Mosheim. Die Gastgeber waren eine Viertelstunde lang auf Augenhöhe und glichen zum 5:5 aus (15.), in dieser Phase war der deutliche Sieg noch nicht abzusehen: „Wir sind die Gejagten, daher will jeder gegen uns gewinnen. Das muss uns klar sein, und wir brauchen die Spannung von Beginn an“, bemängelte TVH-Coach Kai Hüter zunächst: „Teilweise waren wir da noch überhastet und haben die Chancen nicht genutzt, der Gegner lief die Konter und machte einfache Tore“.

Nach der Halbzeitpause spielten es die Hersfelder dann routinierter, bei sechs Toren Vorsprung in der Schlussphase war die Messe bereits gelesen. Doch nachdem Ost-Mosheim auf 18:25 (53.) verkürzte, ließ der TVH bis zum Schluss kein Gegentor mehr zu und traf selbst noch starke sechsmal. Auch die Torhüterleistung von Niklas Kürten hob der Coach wieder hervor. Ost-Mosheim wurde damit nicht zum Stolperstein, und der TVH grüßt mit vier Siegen aus vier Spielen weiter von ganz oben. „Am Ende haben wir deutlich gewonnen – Mund abputzen und heim“, war das Motto“.

Hersfeld: Förtsch, Koch, Petersen (2), Becker (1), Kürten, Wiegel (2), Schulz, F. Reinhardt (9/2), L. Reinhardt (11), Krause, Dellmuth (3), Voß, Thole (1), Kehl (1), Mudrak (1).