Das Modern Art Ensemble gehört zu den wichtigsten Akteuren der Berliner Szene der zeitgenössischen Musik. In seinen Konzerten und Tourneen in ganz Europa und Asien besticht es immer wieder durch die einzigartige Synthese von Virtuosität und geistiger Durchdringung der aufgeführten Werke. „Man meint, den Gedanken hören zu können, wenn modern art spielt“, schreibt der Musikkritiker Peter Uehlig. Das Repertoire des Ensembles umfasst das gesamte Spektrum der Musik der Gegenwart – von den Klassikern der Moderne bis hin zu den neuesten und aktuellsten Konzepten. Es arbeitet dabei eng mit einer Vielzahl an Komponistinnen und Komponisten aus ganz Europa und Asien zusammen.
Mehr als 300 Uraufführungen, diverse CD-Einspielungen und zahlreiche Musiktheaterproduktionen dokumentieren die intensive und umfassende künstlerische Arbeit des Ensembles. Das Programm des Abends, das unter dem Motto „Farben“ steht, beleuchtet die enorme Vielfarbigkeit der dargebotenen Werke auf sehr unterschiedliche Weise. Zum einen geschieht dies auf der unmittelbar klangfarblichen Ebene, wobei die spezifische Besetzung des Ensembles als eine Art „Miniaturorchester“ fungiert. Auf der anderen Seite sind es aber auch und gerade die völlig unterschiedlichen Herangehensweisen und geistigen Hintergründe, die in den fünf Werken des Abends zutage treten.
So spannt sich ein weiter Bogen von Klaus Schöpps „Schneeland“, das sich auf Kawabatas gleichnamige Novelle bezieht, über Charlotte Seithers „Flow“, eine Art Meditation über Werden und Vergehen, bis hin zu Helmut Zapfs „Heimat“, in dem Zapf seine kompositorische Herkunft künstlerisch reflektiert. Während sich der Spektralist Tristan Murail in „La barque mystique“ von der oszillierenden Farbigkeit des gleichnamigen Pastells des Symbolisten Odilon Redon inspirieren ließ, greift Michael Quell in „String III – Branes“ Aspekte der String-Theorie der Elementarteilchenphysik auf, die er zu einem multiplen Klanguniversum ausgestaltet. Dabei lassen immer wieder unerwartete Wendungen der Form jeweils völlig neue Welten entstehen, die sich am Ende zu einem kohärenten Ganzen zusammenfügen – ebenfalls eine Art Meditation über Werden und Vergehen, die sich auf die Strukturen der Weltentstehung bezieht.
Das Modern Art Ensemble spielt in der Besetzung: Klaus Schöpp, Flöte; Matthias Badczong, Klarinette; Theodor Flindell, Violine; Uschik Choi, Violoncello; Christine Paté, Akkordeon; Yoriko Ikeya, Klavier. Die Komponistinnen und Komponisten Charlotte Seither, Helmut Zapf und Michael Quell werden an diesem Abend anwesend sein und jeweils eine kurze Einführung in ihre Werke geben. Tickets sind erhältlich unter reservix.de und an den Vorverkaufsstellen der Fuldaer Zeitung.
