Fußball 31.10.2025

Kreisoberligen – Traditionsduell bei Borussia – Gipfel am Sauerbrunnen

Osthessen (jk) – Spitzenspiele und Derbys gibt es auch diesmal wieder in den Kreisoberligen der Region und erfreuen am großen Fußball-Sonntag alle Fanherzen. Im Süden kämpft Spitzenreiter SG Huttengrund ab 14.30 Uhr bei der TSG Lütter um die Vorherschafft. Auch in der KOL Mitte steigt mit dem Duell zwischen Borussia Fulda und dem RSV Petersberg ein tolles Spiel mit traditionsreicher Vergangenheit. Schon vor über zehn Jahren lieferten sich beide heiße Duelle, damals noch in der Gruppenliga. Ein Stadtderby gibt es im Norden zu sehen, wenn der ESV Weiterode die FSG Bebra empfängt.

Archivfoto: Manfred Völler

Archivfoto: Natalia Lindt

Top-Spiel mit langer Historie

Borussia Fulda gegen RSV Petersberg. Ein Vergleich, der in all den Jahren schon viele Kapitel erlebt hat. Das wissen auch beide Trainer. „Das Spiel hat Charakter, Namen und Tradition“, sagt RSV-Coach Stanislav Szilagyi, der sich an Begegnungen im Waidesgrund mit bis zu 3000 Zuschauern zurückerinnert. In den direkten Vergleichen zog der RSV zwar seit einigen Jahren immer den Kürzeren, dafür  läuft es in Petersberg im Moment aber richtig gut: Ehrenberg und der RSV liegen beide sechs Zähler hinter den Borussen. Der Coach ist stolz auf seine Spieler, besonders hinsichtlich des kleinen Kaders: „Was die Mannschaft in den letzten zwei Monaten geleistet hat, ist außergewöhnlich. Fast mit dem letzten Aufgebot die Punkte zu holen und vor allem die letzten Wochen spielerisch zu überzeugen, macht mich stolz“. Umso mehr freue sich Szilagyi auf die „Bonusspiele“ wie jene gegen Borussia. Mit 17 Gegentreffern stellt der Tabellenführer die beste Defensive der Liga, daher erwartet Szilagyi ein alles andere als einfaches Spiel. „Sie stehen nicht umsonst dort. Als Trainer weiß ich aber, dass meine Mannschaft intelligent genug ist, um mit solchen Spielen umzugehen“, attestiert er seinen Spielern Willen und eine gute Stimmung. „Die Jungs haben Charakter und die Qualität“. Mit Lennart Aschenbrücker kommt auch der Kapitän zurück, der die vergangene Partie aufgrund einer leichten Gehirnerschütterung ausgesetzt hatte. Wohl gar nicht mehr in diesem Jahr zum Zug kommt Ozan Sentürk, der noch immer mit seiner Verletzung zu kämpfen hat.

„Es treffen zwei Top-Mannschaften aufeinander“, freut sich Borussen-Trainer Sejo Kolic ebenfalls. Auch wenn Petersberg seit zehn Spielen ungeschlagen ist und gegen Müs gar vier Tore erzielte, erwartet Kolic ein spannendes und intensives Duell. In Queck kämpften sich die Borussen zuletzt trotz zwei Rückständen wieder zurück und siegten mit 3:2: Für Kolic der Beweis: „Wir haben körperlich alles abgerufen und bewiesen, dass wir auf tiefen Plätzen den Kampf annehmen können“. Szilagyi, aber auch Radek Görner kennt Kolic noch aus gemeinsamen Zeiten. Daher könne er grob einschätzen, was den SCB erwartet. „Wir ticken alle ähnlich – es werden Kleinigkeiten entscheiden“. Sollten es die Platzverhältnisse zulassen, wird das Spiel auf Rasen stattfinden. Ansonsten gehe es auf den Kunstrasen in der Johannisau. „Wir werden dem Publikum fußballerisch was bieten“, so Kolic. Personell muss er auf Dustin Traut verzichten. Dafür kehrt Nico Schröder zurück zur Mannschaft. „Es gibt keine Ausreden mehr“.

 

Rückspiel der Aufstiegskandidaten

Für viele stand bereits vor der Saison fest, dass Huttengrund und Lütter die großen Aufstiegskandidaten in der KOL Süd sein werden. Und dem werden bisher auch beide Teams gerecht: Die SGH steht mit 34 Zählern aus 15 Spielen an der Tabellenspitze, dicht gefolgt von Verfolger Lütter mit drei Punkten Rückstand. Für beide Trainer ist das Duell nun ein Highlight vor dem Winter: „Wir freuen uns auf die Herausforderung“, sagt SGH-Spielertrainer Jaron Krapf. Aber auch Lütters Coach Sascha Bönte äußert: „Die Jungs fiebern auf das Spiel hin und sind heiß“. Die Gäste wollen mit einem Sieg ihren Vorsprung auf sechs Zähler verdoppeln. Seit neun Spielen ist Huttengrund ungeschlagen, nach acht Siegen gab es zuletzt dann ein 0:0 in Rückers. Dass es am Sauerbrunnen eng wird, ist Krapf aber bewusst: „Lütter ist erwartungsgemäß in die Spur gekommen. Es ist eine Riesenchance für uns, aber gegen einen schweren Gegner“. Das Hinspiel Mitte August hatte wenig Torraumszenen zu bieten, doch dafür war das Tempo hoch - 1:1 endete es. „Es war echt schwierig, da es knüppelheiß war“, erinnert sich Bönte. Auch wenn das Wetter nun ganz anders ist, stellt die Witterung die Teams vor Probleme: Die Plätze in der Region sind teilweise unbespielbar, was zuletzt schon Absagen zur Folge hatte. „Schade, dass so ein Spiel im November stattfindet“, bedauert Bönte und hofft dennoch auf reichlich Zuschauer. „Ich erwarte ein Spiel mit sehr gutem Kreisoberliga-Niveau“, so SGH-Trainer Krapf. Personell muss Lütter auf den rotgesperrten Florian Schertell verzichten. „Das können wir aber kompensieren – wir haben eine gute Mannschaft stehen“. Bei Huttengrund fällt Tobias Buchhold weiterhin mit Oberschenkelproblemen aus.

Ebenfalls heiß dürfte das Spiel in Rückers werden: Ex-SGR-Trainer Christian Müller reist mit der Spvgg. Hosenfeld an alte Wirkungsstätte.

 

Prestige-Duell zweier Nachbarn

In der KOL Nord gibt es am Sonntag (14.30 Uhr) ein Prestige-Duell der direkten Nachbarn: Die FSG Bebra rund um Trainer Maik Leidorf gastiert beim Tabellenfünften ESV Weiterode. Die Auswärtsreise wird allerdings schnell erledigt sein. Gerade einmal 4,5 Kilometer trennen beide Fußballplätze voneinander. „Das Spiel hat einen sehr hohen Stellenwert, zusätzlich zur Tabellenkonstellation“, weiß Leidorf. Mit 31 Punkten teilt sich die FSG aktuell den zweiten Tabellenplatz mit Dittlofrod/Körnbach. Dicht dahinter folgen Wölf und Weiterode. Um den Kontakt zu Großentaft zu halten und den Nachbarn weiter hinter sich zu lassen, ist Bebra gezwungen, einen Auswärtssieg einzufahren. Leidorf betont allerdings, dass es bei den Eisenbahnern gewohnt spannend wird: „Sie haben eine sehr hohe individuelle Klasse“, so der Coach, der besonders das Zentrum, die Flügelspieler und Stürmer hervorhebt. „Wir sind aber gewarnt und darauf eingestellt, dass sie eine gute Offensive haben“. Die Witterung werde zusätzlich zu einem intensiven und hart geführten Derby beitragen, so Leidorf, dessen FSG selbst eine bockstarke Offensive (44 Tore in 14 Spielen) hat.

Da in der KOL Nord anfangs 17 Teams waren – Hohe Luft zog bekanntlich zurück – wird hier der Herbstmeister erst an diesem Spieltag gekürt: Großentaft hat es gegen Gudegrund in der Hand, Dittlofrod/Körnbach (gegen Steinbach II) und Bebra lauern auf einen Patzer.

 

Kreisoberliga Mitte

 

Samstag

15 Uhr

FT Fulda – Ehrenberg

15.30 Uhr

Hilders/Simmershausen – Horas (in Simmershausen)

 

Sonntag

14.30 Uhr

Dipperz/Dirlos – Germania Fulda (in Dirlos)

Bachrain – Haimbacher SV

Müs – Pilgerzell

Borussia Fulda – Petersberg

Marbach/Dietershan – Schlitzerland (in Marbach)

Reulbach/Brand – Edelzell/Engelhelms (in Reulbach)

 

 

Kreisoberliga Süd

 

Sonntag

14.30 Uhr

Mittelkalbach – Rothemann

Lauter – Löschenrod (in Maar)

Kerzell – Weyhers

Schmalnau/Hettenhausen – Grimmstadt (in Hettenhausen)

Lütter – Huttengrund

Bellings/Hohenzell – Gundhelm/Hetten (in Bellings)

Flieden II – Welkers

Rückers – Hosenfeld

 

 

Kreisoberliga Nord

 

Sonntag

14 Uhr

Jossatal – Friedewald/Ausbach (in Hattenbach)

14.30 Uhr

Wölf – Haunetal

Philippsthal – Eiterfeld/Leimbach II

Weiterode – Bebra

Großentaft – Gudegrund

Dittlofrod/Körnbach – SV Steinbach II

Hünfelder SV II – Rotenburg/Lispenhausen

Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Praforst (in Rothenkirchen)