Oktoberfest-Derby in Engelhelms: Beide setzen auf den Willen
Der Rahmen für das Derby zwischen der SG Edelzell/Engelhelms und dem TSV Pilgerzell könnte kaum passender sein: Kleiner Platz, engagierte Fanlager, Oktoberfest-Stimmung. Doch bei allem Volksfestcharakter ist die sportliche Lage ernst: Beide Teams kämpfen gegen den Abstieg. SGEE-Spielertrainer Niklas Bohl sieht trotz der Tabelle keinen Grund zur Panik: „Wir haben keine Angst, in den Abstiegskampf zu rutschen, da wir die Qualität auf dem Platz haben, um auf Dauer in der KOL zu bleiben.“ Seine junge Mannschaft sei zwar noch nicht frei von Fehlern, lerne aber stetig dazu. Für das Derby fordert er besonders in Zweikämpfen und in Sachen Laufbereitschaft höchste Intensität: „Auf dem kleinen Platz zählt vor allem der Wille.“ Beim TSV Pilgerzell ist nach dem Last-Minute-Sieg gegen FV Horas zuletzt wieder etwas Schwung reingekommen. Spielertrainer Dennis Fischer spürt neuen Elan: „So ein Sieg setzt immer nochmal einen extra Schub frei.“ Der Kader sei seit zwei Wochen wieder komplett – ein seltenes Bild in dieser Saison beim TSV. Fischer betont aber auch die nötige Balance: „Ich bevorzuge fußballerische Lösungen, aber der Kampf wird im Derby entscheidend sein. Wir können beides – und unser Anspruch ist es, hier drei Punkte zu holen.“
Ein echtes Spitzenspiel steht am Sonntag (15 Uhr) in Müs auf dem Programm. Der SV Müs empfängt mit Borussia Fulda das aktuell beste Team der Liga. Die Hausherren wollen sich nach der 0:5-Pleite gegen FT Fulda rehabilitieren – Trainer Andre Wohnig sieht dafür gute Chancen: „Die Stimmung ist in Ordnung, die Jungs ziehen mit – auch wenn der Kader aktuell etwas ausgedünnt ist.“ Wohnig warnt vor der Qualität des Gegners, setzt aber auf den Heimvorteil: „Borussia hat die beste Defensive und ist vorne gefährlich. Aber wir wollen sie ärgern – bei uns hat es jeder Gegner schwer.“ Borussen-Trainer Marko Karamatic gibt die Marschrichtung ebenfalls klar vor: „Bis zur Winterpause wollen wir alle Spiele gewinnen, um uns ein Polster zu verschaffen.“ Trotz Tabellenführung sieht er Verbesserungspotenzial – besonders in der Defensive: „Wir haben zuletzt zu viele Gegentore bekommen. Die Defensive gewinnt Titel – daran arbeiten wir.“ Für das Spiel in Müs erwartet er ein Duell auf Augenhöhe: „Da entscheiden Kleinigkeiten.“ In der KOL Mitte ist es für die meisten bereits der letzte numerische Hinrunden-Spieltag.
Pflichtsieg für Mittelkalbach? Friedel warnt
In der Süd-Staffel treffen am Samstagabend (18 Uhr) zwei Kellerkinder aufeinander, die beide mit dem Rücken zur Wand stehen: Die SG Grundhelm/Hutten ist schon etwas abgeschlagen Letzter, Mittelkalbach steht mit sieben Punkten mehr knapp davor. SVM-Trainer Marc Friedel weiß um die Bedeutung: „Das wird ein ganz wichtiges Spiel, um den Anschluss wiederherzustellen beziehungsweise nicht zu verlieren.“ Für Friedel ist die Lage klar: „Tabellarisch ist es ein Pflichtsieg – aber auf keinen Fall ein Selbstläufer. Wir haben eine Mannschaft, die gewinnen kann. Ich bin überzeugt, dass wir defensiv und offensiv mithalten können.“ Ein Dreier wäre für Mittelkalbach ein Befreiungsschlag – für Grundhelm/Hutten ist es bereits ein Endspiel.
Für die SG Löschenrod wird es ein schweres Jahr in der KOL Süd: Nach 14 Spielen steht das Team von Trainer Alexander Lembcke punktgleich mit Mittelkalbach weit unten. Ein Lichtblick waren allerdings die vergangenen beiden Spiele. Bereits gegen Rothemann vor knapp zwei Wochen hatte sich Besserung angedeutet, in Weyhers siegte die SGL dann endlich nach beinahe zwei Monaten. „Die Jungs haben das gemacht, was wir uns vorgenommen haben: Defensiv gestanden, geduldig geblieben und viel gearbeitet“, lobt Lembcke sein Team. Gute Zweikampfführung und sauber herausgespielte Umschaltmomente bescherten Löschenrod einen 2:1-Auswärtssieg. „Die Idee war da, die Umsetzung aber vorher oft schlecht“, so der Coach. Im Derby gegen Welkers möchte Lembcke einen ähnlichen Auftritt seines Teams sehen. Dabei komme es besonders auf eine stabile Defensivarbeit, gut geführte Zweikämpfe und hohe Laufbereitschaft an – gerade gegen eine spielstarke Mannschaft wie die Concordia. „Wir müssen den Abstiegskampf einfach leben. Die Jungs müssen in den Kopf bekommen, dass man dafür viel tun muss“, erklärt Lembcke. Personell kann er derzeit aus dem Vollen schöpfen – gute Voraussetzungen also für das wichtige Heimspiel.
Der 15. Spieltag in den Kreisoberligen bringt emotionale Derbys, brisante Duelle im Tabellenkeller und Topspiele mit sich. Auch im Norden: Weiterode empfängt als Tabellenvierter den Zweiten Großentaft, der sogar auf Rang eins schielen könnte. Allerdings: Der ESV ist zuhause noch ungeschlagen. Spitzenreiter Dittlofrod/Körnbach hat das Derby in Leimbach vor der Brust, und mit dem Duell Wölf gegen Bebra sind die Top Sechs unter sich.
Kreisoberliga Mitte
Samstag
15 Uhr
Edelzell/Engelhelms – Pilgerzell (în Engelhelms)
15.30 Uhr
Horas – Haimbacher SV
Sonntag
15 Uhr
FT Fulda – Germania Fulda
Müs – Borussia Fulda
Bachrain – Marbach/Dietershan
Dipperz/Dirlos – Ehrenberg (in Dipperz)
Hilders/Simmershausen – Schlitzerland (in Simmershausen)
Reulbach/Brand – Petersberg (in Brand)
Kreisoberliga Süd
Samstag
16 Uhr
Hosenfeld – Kerzell
18 Uhr
Gundhelm/Hutten – Mittelkalbach (in Gundhelm)
Sonntag
15 Uhr
Rothemann – Weyhers
Löschenrod – Welkers
Schmalnau/Hettenhausen – Lütter (in Schmalnau)
Lauter – Flieden II (in Maar)
Rückers – Huttengrund
Kreisoberliga Nord
Freitag
19 Uhr
Praforst – Haunetal (in Rückers)
Weiterode – Großentaft
SV Steinbach II – Rotenburg/Lispenhausen
Samstag
15 Uhr
Hohe Luft – Philippsthal – Wertung 0:3
Sonntag
15 Uhr
Rotenburg/Lispenhausen – Kiebitzgrund/Rothenkirchen (in Lispenhausen)
Wölf – Bebra
Eiterfeld/Leimbach II – Dittlofrod/Körnbach (in Leimbach)
Haunetal – Jossatal (in Wehrda)
Hünfelder SV II – Friedewald/Ausbach
Praforst – Gudegrund (in Sargenzell)
