„Wir mussten uns erstmal an die Liga gewöhnen“, sagt Keim. „Es ist ein anderes Spiel: mehr lange Bälle, mehr Zweikämpfe, weniger Struktur – da mussten gerade unsere jungen Spieler lernen, Verantwortung zu übernehmen.“ Genau das scheint nun gelungen. Die Mannschaft tritt immer geschlossener auf, spielt diszipliniert und zeigt zunehmend, dass sie sich auf die neuen Bedingungen einstellen kann. Spiele entscheiden sich in dieser Liga oft über Kleinigkeiten – Standardsituationen, zweite Bälle oder das Verwalten einer knappen Führung. Genau in diesen Bereichen hat die SGE in den vergangenen Wochen sichtbar Fortschritte gemacht und auch fünf Spiele in Folge nicht verloren.
Ein herausragender Knipser fehlt in der Torjägerliste – bester Schütze ist aktuell Florian Dinkel mit sechs Treffern. Vielmehr kommt die SGE über das Kollektiv, arbeitet sich Chancen und Siege hart heraus. „Wir haben keinen, der uns 25 Tore garantiert – bei uns geht es nur über die Mannschaft“, betont Keim. Besonders in den drei Niederlagen – mit Ausnahme der Partie gegen Borussia Fulda, in der die Rhöner trotz guter Leistung leer ausgingen – fehlte es an der kollektiven Gegenwehr. Inzwischen sei das Team jedoch gereift.
Zuletzt gab es einen 2:1-Sieg bei der SG Reulbach/Brand, ausgerechnet im ersten Gemeindederby nach vielen, vielen Jahren auf Liga-Ebene. Es war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. „Wenn wir unser Spiel durchbringen, können wir jeden schlagen“, ist sich Keim sicher. Für den kommenden Samstag um 16.30 Uhr steht das nächste besondere Rhön-Duell an: Das Derby gegen die SG Hilders/Simmershausen. Ein Pflichtspiel zwischen beiden Teams hat es auch hier über eine Dekade nicht gegeben – entsprechend groß ist die Vorfreude. „Man kennt sich, man schätzt sich. Aber natürlich will man das Spiel auch gewinnen. Gerade zuhause, wo wir uns bislang etwas schwerer getan haben.“ Die Zuschauer dürfen sich auf eine intensive Partie freuen, in der es nicht nur um Punkte, sondern auch um Prestige geht.
Der Kader ist mit 15 Spielern zwar vergleichsweise schmal, doch durch die zweite Mannschaft und drei A-Jugend-Spieler gibt es Optionen. Auch die Trainingsbeteiligung sei laut Keim zuletzt konstant hoch gewesen – ein weiterer Baustein für die stabile Form. Und die Zielsetzung ist klar: „Im Frühjahr wollen wir oben dabei sein. Die Musik spielt nun mal auf den ersten beiden Plätzen – und wenn wir unsere Leistungen weiter abrufen, ist das auch möglich“, sagt Keim. Die Entwicklung stimmt – und bei der SG Ehrenberg sind sie sich sicher: Der eingeschlagene Weg führt in die richtige Richtung.
