Die Rhön-interne Nummer eins der KOL Mitte dürfte spätestens jetzt Ehrenberg sein: Binnen zwei Wochen gewann die SGE das Gemeinde-Duell in Reulbach und nun auch gegen Hilders/Simmershausen. Es dauerte über 50 Minuten, bis der Dosenöffner vor einer tollen Kulisse kam, doch die SG Ehrenberg hatte sich diesen erarbeitet. „Wir haben unsere Emotionen im Griff gehabt und das Spiel in die richtigen Bahnen gelenkt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die Dinger auch eiskalt gemacht“, war Trainer Jens Keim froh und erlebte eine Stimmung am Platz, die einem Relegationsspiel glich.
Am Rasen in Wüstensachsen war das Rhön-Derby richtig angesetzt: Fußball war zwar nicht viel möglich – es hatte geregnet und die Reserve spielte zuvor. Doch das enttäuschte hier wohl keinen Zuschauer. „Wir haben die Zweikämpfe super angenommen und die zweiten Bälle kontrolliert“, sagte Keim. Die Gäste versuchten es mit vielen langen Bällen, doch Ehrenberg bewahrte die Geduld in den wichtigen Momenten. „Wir wussten, dass wir die Qualität vorne haben. Einer musste dann stechen“. Das war dann Moritz Röder, der per Elfmeter zum 1:0 traf. Rausgeholt hatte den Strafstoß Diego Fromm: Und der 19-Jährige, ausgerechnet gebürtiger Hilderser, entschied die Partie später mit dem 2:0 aus der Distanz.
Die SGE musste noch den Ausfall von Daniel Heil (Oberschenkelprobleme) verkraften, der es zwar erst versuchen, dann aber kein Risiko eingehen wollte. Außerdem verletzte sich Moritz Schäfer, dafür musste dann Florian Dinkel von der Zehnerposition zwischenzeitlich nach hinten beordert werden. Und auch etwas Glück gehört im Derby dazu: Hilders/Simmershausen traf zweimal Latte – zunächst Fabian Spiegel vor, und dann Andrii Kolisnichenko nach der Pause. Auf Seiten der SGHS war Leon Bau eingewechselt worden, er ist ebenfalls bestens bekannt in Ehrenberger Reihen und reiste aus Freiburg an, wo im Finanz-Bereich beim SCF arbeitet.
Die Zuschauer – darunter viele von den Gästen, die mit der Schoppenmannschaft Dynamo Doppelkorn einen Fanmarsch von Hilders aus organisiert hatten – brauchten ihr Kommen nicht bereuen, lobte auch der Ehrenberger Trainer: „Hilders hat das im Vorfeld gut gemacht und die Werbetrommel gerührt. Wir haben unsere Aufgaben auf dem Platz gemacht, und der Verein rundherum. Das war eine super Kulisse mit Derbystimmung. Es war hart, aber fair. Man schätzt sich“, betonte Keim. Unter die Massen mischte sich auch Klassenleiter Klaus Bodusch, während auf dem Rasen Schiri Johannes Hauke (1. FC Nüsttal) das Derby gut im Griff hatte.
Ob es nun 450 Zuschauer waren, wie aus Wüstensachsen übermittelt wurden, oder ein paar mehr oder weniger – es änderte nichts am gelungenen Rahmen. Schließlich wurde in Wüstensachsen 20 Jahre Spielgemeinschaft Ehrenberg gefeiert. Und wie der Verein ankündigte, ohne großes Tamtam, ohne Festkommers oder Ansprachen – sondern bei Fußball, Bratwurst und Bier. Ein kleiner Kratzer im Lack war nur das Ergebnis der SGE-Reserve, die zuvor in der Nachspielzeit mit 0:1 gegen Künzell II verlor.
Tore: 1:0 Moritz Röder (51., Foulelfmeter), 2:0 Diego Fromm (83.)
Zuschauer: 450.
