In der Welt von „The Mimameid Solution“ haben Vulkanausbrüche und ein rasant angestiegener Meeresspiegel die frühere Ordnung ins Chaos gestürzt. Fünf Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen reist Lysander mit einigen Begleiterinnen zurück in seine Heimat, die früher einmal als „Skandinavien“ bekannt war. Eine Ständige Bedrohung sind dabei die „Kelten“, welche brandschatzend durch das Land ziehen. Gemeinsam mit Petra, einer tapferen Soldatin, sucht Lysander Zuflucht in „Mimameid“, einer Stadt unter Wasser. Schnell bemerken die zwei Hauptfiguren, dass es dort ebenfalls einige Gefahren und Konflikte gibt, die bewältigt werden müssen. In der Handlung wird immer wieder Bezug auf keltische und nordische Kultur und Sagen genommen.
Die Faszination für nordische Kulturen habe sich vor allem während dem Studium entwickelt, gibt Kempf an. Sie habe sich unter anderem mit dem Leben der indigenen Samen, einem Volk im hohen Norden Skandinaviens, und vielen nordischen Mythen beschäftigt: „Ich war begeistert, wie es sein könnte, in so einer Welt zu leben.“ Hinzu kam ihre Begeisterung für Geschichten: „Schreiben war schon immer mein Thema.“ In dem ersten Roman begleiten die Leserinnen und Leser die Geschichte von zwei Charakteren, die in einer dystopischen Welt nach einer wortwörtlichen Apokalypse ihren Weg finden müssen. Die 33-Jährige habe die Geschichte in mehreren Schüben geschrieben: „Du lernst immer weiter von deinen Charakteren.“ Gerade die Kombination von Science Fiction mit keltischen oder nordischen Bezügen und Mythen gebe es kaum, was die Entwicklung der Welt dafür umso spannender mache.
Die Begeisterung für fantastische Welten liege in der Familie, erzählt Kempf. In ihrer Jugend habe sie insbesondere mit ihren Brüdern dadurch eine Verbindung aufgebaut: „Star Wars, Firefly, Star Trek und ähnliche Geschichten haben uns zusammengebracht, daher sind diese Science-Fiction-Welten für mich ein Ort des Wohlbefindens. Dort kann ich Emotionen und Situationen erforschen, die mir sonst vielleicht Angst machen würden.“ Das gleiche gelte für dystopische Geschichten, mit denen sie aufgewachsen sei: „Die Tribute von Panem, Der Report der Magd, Fahrenheit 451, Hüter der Erinnerung, Herr der Fliegen – das waren alles Bücher, die mich als Teenager und junge Erwachsene fasziniert haben.“ Durch die Bücher werden moralische Fragen bei den Lesenden aufgeworfen, etwa ob diese mutig genug wären in ähnlichen Situationen und bereit, Opfer zu bringen. „Man kann Gefühle wie Wut oder Kontrollverlust empfinden oder versuchen, etwas Unerträgliches zu ertragen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“, führt die 33-Jährige aus. Durch die Möglichkeit, die genannten Emotionen in der kontrollierten Umgebung der Geschichte zu erleben, mache das die Menschen empathischer: „Aus diesem Grund fühle ich mich zu Science-Fiction- und dystopischen Geschichten hingezogen.“
Die gebürtige US-Amerikanerin kommt ursprünglich aus Virginia ist der Liebe wegen in Osthessen gelandet. Ihr Mann sei in der Region aufgewachsen „Wir haben eine Zeit lang in Frankfurt gelebt, wollten aber lieber auf dem Land sein, also sind wir vor sechs Jahren hierhergezogen.“ Sie schätzt das Leben in Osthessen, welches einerseits ein Kunst- und Kulturzentrum mit Fulda biete und gleichzeitig die Gelegenheit, zum Wandern in die Berge zu ziehen: „Die Rhön erinnert mich sehr an meine Heimat Virginia mit ihren alten, sanften Bergen, kleinen Flüssen und Wäldern. Ich habe es geliebt, dort aufzuwachsen.“ Eine solche Unbeschwertheit sei allerdings angesichts des aktuellen politischen Klimas in den USA nicht mehr selbstverständlich: „Das ist vielleicht ein weiterer Grund, warum ich mich so zu Geschichten über Dystopien hingezogen fühle.“
„The Mimameid Solution“ ist Teil einer Trilogie, teilt die Autorin mit. Bisher ist der erste Roman im Eigenverlag veröffentlicht worden, zwei weitere sollen folgen. Die Reaktion sei bisher weitgehend positiv gewesen, so Kempf: „Es läuft sehr gut. Die Leute haben es geliebt. Es ist immer schön, dass es das wert war.“ Die 33-Jährige hat außerdem noch weitere Ideen für Bücher und kann sich vorstellen, diese auch über einen klassischen Verlagsweg zu veröffentlichen. Mehr zu den bisherigen Büchern der Kalbacherin gibt es auf: katherinekempfbooks.com
Wer nach dem Lesen des Romans nach weiterem Futter sucht, kann sich ebenfalls „Cornish Steel“ anschauen, welches als E-Book erhältlich ist. „Cornish Steel ist eine Kurzgeschichte, die im selben Universum spielt und Charaktere aus The Mimameid Solution enthält. Diesen Sommer wurde auch eine meiner Kurzgeschichten in einer Anthologie mit dem Titel Unconventional Love veröffentlicht“, erläutert die Autorin. Die Kurzgeschichte heißt „Of Dawn“ und stelle eine der Schlüsselfiguren vor. Die nächsten Bücher der Haupttrilogie sollen 2026 und 2027 erscheinen.
