Prof. Dr. Meron Mendel ist in Tel Aviv geboren, in Kibbuz aufgewachsen und lebt seit fast 25 Jahren in Deutschland. Er ist Direktor der Bildungsstätte Anne Frank und Professor für Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dabei setzte er sich dafür ein, Antisemitismus und Rassismus entgegenzuwirken, erklärte Prof. Dr. Martina Ritter, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer. Die Hochschule habe in ihm Rahmen der Beschäftigung mit Antisemitismusprävention und der damit verbundenen Beschäftigung mit dem Krieg in Gaza eingeladen. „Wir betrachten es als Auftrag der Hochschule, Räume für kritischen Diskurs zu relevanten Themen zu bieten“, erklärte sie. Dies gelte auch für ein solches „komplexes, brisantes und durchaus schwieriges Thema.“
Tina Enders, Ansprechperson zur Sensibilisierung und Prävention von Antisemitismus der Hochschule, hatte die Veranstaltung initiiert. Sie freue sich, alle Anwesenden an der Hochschule begrüßen zu dürfen. „Das Thema betrifft uns alle, mindestens als Teil der Gesellschaft“, betonte sie. Im Anschluss gebe es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und einen Diskurs zu starten. Bei einer solch emotionalen Thematik sei es jedoch wichtig, dass die Diskussion stets offen aber respektvoll bleibe und Hass, Beleidigung und Störungen nicht toleriert werden würden.
Prof. Dr. Meron Mendel betonte die Bedeutung eines solchen offenen Diskurses: „Dies ist kein Safe Space, sondern ein ganz normaler öffentlicher Raum, wo erwachsene Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Fragen stellen dürfen.“ So begann er seinen Vortrag mit der Erläuterung der zahlreich gestellten Frage „Auf welcher Seite stehst du?“ Er berichtete in diesem Rahmen von seinen persönlichen Erfahrungen aus seiner Kindheit, seinen Freunden und Bekannten, die von dem Krieg direkt betroffen sind und ihren Geschichten. „Wir haben in jeder Gesellschaft die Täter und die unschuldigen Opfer. Wir aus unserer privilegierten Situation sollten auch in der Lage sein, hinabzuschauen und zu fragen, welche Kräfte dort am Werk sind, und unsere Stimme in die richtige Richtung zu lenken.“
