Fußball 19.10.2025

Hessenliga – HSV nach dem Schützenfest zu zahnlos: Pleite gegen RW

Hünfeld (pf) – Das hatte sich der Hünfelder SV sicherlich anders vorgestellt: Der Schwung vom 5:0-Erfolg beim Lilien-Nachwuchs war schnell verpufft, denn der HSV kassierte prompt im Heimspiel gegen RW Walldorf wieder eine Niederlage. 0:1 (0:0) hieß es am Samstag auf der Rhönkampfbahn.

Marcel Dücker (links) und der HSV verloren gegen RW Walldorf. Foto: Christine Görlich

Statt seine Heimbilanz etwas aufzubessern, musste der HSV wieder einen Dämpfer einstecken. Die Walldorfer hingegen, die mittlerweile seit sechs Wochen ungeschlagen sind, marschieren weiter und liegen nur noch einen Zähler hinter Hünfeld in der Tabelle. Und das wegen eines Tores am Samstag: Nach einem kompletten Durcheinander im HSV-Strafraum, als die Gastgeber vier- oder fünfmal blocken konnten, kam der Ball zu Tim Grünewald, der die Übersicht behielt und ins lange Eck einschob. „Ich denke, dass er den genauso wollte“, freute sich RW-Trainer Artur Lemm über den entscheidenden Treffer und befand: „Es war ein umkämpftes Spiel, es ging viel um Zweikämpfe und zweite Bälle. Am Ende waren wir um dieses eine Tor besser“.

In der Anfangsphase hatten beide Teams die ersten Annäherungen Richtung Tor, beim HSV war es Max Fröhlich, der aus spitzem Winkel aber geblockt wurde. Danach kam Walldorf immer besser rein, bei einem Schuss von Hendrik Sexauer musste Hünfelds Torwart Jannis Maul klasse parieren, kurz darauf setzte der Walldorfer auch noch einen Freistoß nur knapp neben das Kreuzeck. Auf der anderen Seite schaltete Paliatka jr., schnell und verfehlte das Tor aus 40 Metern nur hauchdünn, der Ball flog über den aufgerückten Schlussmann Wieszolek, aber auch knapp über den Kasten.

Gäste-Trainer Lemm wusste, dass es auf dem etwas seifigen Rasen auf der Rhönkampfbahn auch um Einstellung und Wille gehe. Doch die Hünfelder ließen dies auch in Hälfte zwei etwas vermissen. Die erste Chance hatte direkt RWW durch Pau Babot, der an die Latte köpfte (49.). Kurz danach war es dann passiert, Grünewald traf zur Führung. Hintenraus hatte Hünfeld zwar Abschlussmöglichkeiten, doch entweder warteten die Jungs von Johannes Helmke zu lange, oder die Abschlüsse waren zu unplatziert. Auch die Joker Trägler, Kassa, Lindemann und Zöll konnten den Druck auf Walldorf nicht nochmal erhöhen. „Eher waren wir dem 2:0 noch näher“, meinte Lemm. Unter anderem war Sexauer nochmal durch, Jannis Maul stürmte aus seinem Tor, wovon wahrscheinlich auch der Walldorfer überrascht war (80.). Lemm war danach „sehr stolz“ auf seine Mannschaft, während der HSV schon bessere Heimspielwochen erlebte: 0:4, 0:2 und 0:1 hießen die jüngsten drei Ergebnisse auf der Rhönkampfbahn.

Hünfeld: Maul; Kemmerzell, Häuser (69. Zöll), Dücker, Vogler (62. Kassa), Paliatka jr. (62. Lindemann), Fröhlich, Witkowski (62. Trägler), Kocak (86. Simon), Gadermann, Zentgraf.

Walldorf: Wieszolek; Doganay (89. Beier), Pohland, Metzler, Sexauer (90.+5 Scholze), Babot, Spamer (88. Vött), Grünewald (86. Manganiello), Kallo (57. Kruse), Enders, Redl.

Schiedsrichter: Maximilian Lotz (SV Bauerbach)

Tor: 0:1 Tim Grünewald (54.)

Zuschauer: 270