Fußball 14.10.2025

Hessenliga – Besser spät als nie: Zugänge zaubern zur Einstandsfeier

Hünfeld (pf) – Es war schon ein wenig verrückt: Beim 5:0-Sieg des Hünfelder SV am Samstag bei Darmstadts U21 war nicht zu erkennen, wer zuvor über 300 Minuten in der Fußball-Hessenliga ohne Torerfolg war, und wer nicht. Doch während nun die Lilien in der ersten kleinen Krise der Saison stecken, befreite sich der HSV pünktlich zur Einstandsfeier.

Beste Laune nach dem Sieg gegen Darmstadt bei Johannes Helmke, Markus Stark und Benni Fuß. Foto: Siggi Larbig

Hünfelds Trainer Johannes Helmke sagte bereits nach Abpfiff voll des Lobes: „Wir wussten, dass wir extrem viel dafür arbeiten müssen. Das haben wir im Training gemacht und im Spiel dort angesetzt“. Der HSV jagte mit intensivem Pressing über den Platz, war mutig im Aufbau und kam immer wieder gefährlich nach vorne. Dass es am Ende 20 spielstarke Minuten des Gegners zu überstehen galt, den Dosenöffner von Witkowski brauchte und dann noch so deutlich ausfiel, war erstmal egal. „Wichtig ist, dass wir das Spiel gewonnen haben und nach den vergangenen Wochen ruhig geblieben sind“. Spätestens mit dem schnellen 3:0 nach dem Seitenwechsel war den Lilien der Zahn gezogen, die von einem erfahrenen Mann angeleitet werden: Markus Ballmert absolvierte 170 Drittliga-Spiele in seiner Karriere für den SV Meppen und früher vier Zweitligapartien für den FSV Frankfurt.

Der Hünfelder Coach sah im Ergebnis von 5:0 auch ein wenig die Hessenliga in diesem Jahr widergespiegelt: Alles ist möglich, Siegesserie oder Ergebnis-Tief. Der HSV machte nun beide Extreme durch, und befreite sich mit dem höchsten Sieg des ganzen Spieltags. Abseits davon war außerdem bemerkenswert, dass Weidenhausen beim 1:0 in Waldgirmes den ersten Sieg holte, und Hanau 93 dies auch fast bei der Eintracht-U21 gelang – allerdings drehten die Adler am Freitagabend das 0:1 in der Schlussphase dann doch noch in ein 3:1. Türk Gücü Friedberg, das zuvor in Hünfeld siegte, schlug Meister Fernwald und freut sich nun auf den Hessenpokal-Knaller gegen Regionalliga-Topteam Steinbach Haiger.

Aber zurück zum HSV: Die Stimmung war nach dem Sieg in Alsbach-Hähnlein natürlich bestens, und hinterher konnte es bei der Einstandsfeier feuchtfröhlich weitergehen. Die Neuzugänge jedenfalls leiteten den Tag passend ein: Witkowski und Kassa trafen, Paliatka bereitete Voglers 2:0 vor, und Herr behauptete den Ball stark im Vorfeld des 5:0 – dieser Treffer von Kassa setzte dem Nachmittag dann noch die Krone auf, der Hünfelder Zauberfuß streichelte den Ball in den Winkel, dass selbst Helmke außen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen musste und staunte. „Den hat er mit seiner ganzen Klasse gemacht“. Das Trainer- und Betreuerteam war übrigens in neuen, weinroten Outfits angereist. Nicht nur waren die Hünfelder damit von den Darmstädtern zu unterscheiden, sondern womöglich ist ein neuer Glücksbringer damit gefunden. Es darf so weitergehen, schon beim nächsten Heimspiel gegen RW Walldorf.