Beeindruckend war das, wie der HSV nach fünf Spielen ohne Sieg und vier Pleiten in Folge auftrat. Doch genau das, was Trainer Johannes Helmke forderte, beherzigten seine Jungs. „Nach den letzten Wochen war einfach wichtig, dass wir ruhig geblieben sind. Das war bisher eine extreme Saison, mit sechs Siegen am Stück, und jetzt vier Niederlagen. In beiden Phasen musst du ruhig und bei dir bleiben, und da sieht man, dass das Ganze auch viel Kopfsache ist“.
Nach dem 0:2 gegen Friedberg brachte Helmke Witkowski und Kocak für Lindemann und Trägler in die Startelf, und hatte damit genau den richtigen Riecher: Witkowski belohnte sich mit dem Führungstor, Kocak überzeugte im Zentrum ebenfalls. „Sie haben ein super Spiel gemacht“, lobte Helmke. Das galt allerdings für die meisten: Auch Max Vogler, der traf, und Maximilian Fröhlich, der nach der Pause gleich zweimal nachlegte, bekamen ihr Lob. Die Joker Herr und Kassa waren am 5:0 in vorletzter Minute beteiligt, wobei Kassa wieder seine Klasse aufblitzen ließ. Aber: Als Verteidiger vergaß Helmke natürlich auch seine Defensive nicht und war froh, dass die Null stand.
Darmstadts Nachwuchs war dennoch der spielstarke Gegner, den der HSV erwartet hatte, so Helmke: „In den ersten 20 Minuten hatten wir noch unsere Schwierigkeiten. Da hat es Darmstadt gut gemacht, auch wenn wir keine Großchancen zugelassen haben. Aber sie hatten eine gute Spielanlage, und wir brauchten einfach so einen Dosenöffner“. Den besorgte Witkowski dann, und der Hünfelder Zug rollte los. Und war nicht mehr aufzuhalten. „Die Tore sind dann auch zu super Zeitpunkten gefallen“. Nur 30 Sekunden nach dem Seitenwechsel machte Fröhlich beispielsweise alle Pläne der Lilien für Hälfte zwei zunichte. „Wir mussten einfach extrem viel und hart arbeiten. Das haben wir im Training gemacht und daran heute angesetzt“, lobte Helmke sein Team, das „emotionales Pressing“ auf den Platz brachte. Und die Einstandsfeier konnte nach einem solchen Ergebnis natürlich nicht besser terminiert sein. „Dass es dann 5:0 ausgeht, ist schon verrückt. Aber so ist Fußball manchmal. Und so ist vor allem diese Hessenliga in dieser Saison“.
Darmstadt: Rohde; Kunstmann, Karakaya (76. Görtler), Schlosser, Kadrijaj (55. Jaadar), Klappich (55. Zaatan), Ballmert, Herbst (83. Schnerring), Rebner (55. Mignano), Arnold, Pfister.
Hünfeld: Maul; Kemmerzell, Häuser, Dücker, Vogler (79. Kassa), Paliatka jr. (70. Trägler), Fröhlich (85. Herr), Witkowski (58. Lindemann), Kocak (83. Simon), Gadermann, Zentgraf.
Schiedsrichter: Carolin Lotz (SV Bauerbach)
Tore: 0:1 Bartosz Witkowski (25.), 0:2 Max Vogler (42.), 0:3 Maximilian Fröhlich (46.), 0:4 Maximilian Fröhlich (69.), 0:5 Jemal Kassa (89.)
Zuschauer: 140
