Fußball 05.10.2025

Hessenliga – „Ausnahmespieler“ bestrafen Hünfelder Ladehemmung

Hünfeld (pf) – Die Leistung des Hünfelder SV war wieder nicht verkehrt, doch vorne fehlt im Moment einfach die Konsequenz: Wie es geht, machte Türk Gücü Friedberg am Samstag auf der Rhönkampfbahn vor, und entschied den Vergleich in der Fußball-Hessenliga mit 2:0 (0:0) gegen den HSV für sich. Die Osthessen sind damit nun fünf Spiele sieglos und drei Spiele torlos.

Da konnten sich Aaron Gadermann und der HSV verbiegen, wie sie wollten: Gegen Friedberg gab es ein 0:2. Foto: Christine Görlich

Mit Toni Reljic und Noah Michel trafen genau diejenigen, deren Namen allzu oft fallen: Reljic wurde nach einer guten Stunde von Maingad freigespielt und vollstreckte, gut zehn Minuten später machte Michel den Deckel schon fast drauf. Der Hünfelder SV lieferte allerdings einen couragierten Auftritt ab, spielte vor allem in der munteren ersten Halbzeit stark mit und hatte ein leichtes Chancenplus. Doch vor der Kiste fehlt aktuell einiges.

„Es ist einfach ärgerlich im Moment, dass wir uns nicht belohnen können. Aber das gehört auch dazu in so einer langen Saison. Da müssen wir durch, aber uns auch selbst wieder rausarbeiten“, gab sich Hünfelds Trainer Johannes Helmke nach Abpfiff kämpferisch: „Obwohl wir die beiden Ausnahmespieler gut im Griff hatten, machen sie am Ende die Tore. Das zeigt, dass eben viele Topmannschaften in der Liga sind, und bei uns momentan das Spielglück und Selbstvertrauen ein bisschen weg sind. Das müssen wir uns wieder erarbeiten“.

Helmke hatte drei Wechsel in der Startelf vorgenommen – überhaupt war der Kader dünn besetzt: Kassa, Simon und Zöll fehlten, dafür rotierten Trägler, Lindemann und Häuser rein. Auf der Bank waren dann kaum noch Alternativen, einige waren verletzt, andere krank oder verhindert. Das sei aber keine Ausrede gewesen: „Alle im Kader wollen Hessenliga spielen und können das auch“.

Alleine in der ersten Viertelstunde zählte Helmke drei gute Möglichkeiten seiner Elf. Die beste hatte wohl Maximilian Fröhlich, der aber nur die Latte traf. Auch Friedberg machte munter mit, doch Helmke bedauerte: „Wir müssen da schon das Führungstor machen. Aber uns muss bewusst sein, dass wir im Moment eine kleine Tor-Krise haben“. Die konnte der HSV auch in Hälfte zwei nicht abschütteln, verteidigte stattdessen nach einem Einwurf schlecht und fing sich das 0:1. Die Dinge nahmen ihren Lauf. „Auf die Tabelle brauchen wir aktuell nicht schauen, sondern nur auf uns. Leichter wird es nicht“, so Helmke abschließend: „Wir müssen da durchkommen, aber das werden wir auch“.

Hünfeld: Maul; Kemmerzell, Häuser, Dücker, Vogler, Paliatka jr., Fröhlich, Lindemann (78. Kocak), Gadermann, Zentgraf, Trägler (64. Witkowski).

Friedberg: Bagus; Filges, Izberovic, Henrich, Maingad (72. Yikilmaz), Metzler, Dudda (79. Usic), Jürgens (80. Bhatti), Michel, Böger (90. Polichronakis), Reljic (87. Kamarianakis).

Schiedsrichter: Alessandro Scotece (Mörfelden-Walldorf)

Tore: 0:1 Toni Reljic (58.), 0:2 Noah Michel (71.)

Zuschauer: 250