Lokales HEF 14.10.2025

Herz, Feuer und Heimat: Lullusfest 2025 in Bad Hersfeld gestartet

Bad Hersfeld – Von Silas Messing – Der Duft von gebrannten Mandeln liegt in der Luft, bunte Lichterketten leuchten über den Gassen – und dann ist es wieder soweit: Mit dem traditionellen Ruf „Enner, zwoon, dräi – Bruder Lolls!“ und dem Entzünden des Lullusfeuers fiel am Montagmittag der Startschuss für das älteste Volksfest Deutschlands. Tausende Besucher strömten in die Innenstadt von Bad Hersfeld,

Das Feuer brennt: Feuermeister Mark Baumgardt mit Krümel-Kastanienmeister Levent Ullrich und Bürgermeisterin Anke Hofmann. Foto: Silas Messing

Das Feuer brennt: Feuermeister Mark Baumgardt mit Krümel-Kastanienmeister Levent Ullrich und Bürgermeisterin Anke Hofmann. Foto: Silas Messing

Gemeinsam wurde der Auftakt eines Festes gefeiert, welches für viele mehr bedeutet als Rummel und Musik: das Lullusfest. In ihrer feierlichen Rede zur Eröffnung betonte Bürgermeisterin Anke Hofmann die tiefgreifende Bedeutung dieses besonderen Moments: „Das Lullusfest ist mehr als Karussell und Zuckerwatte, mehr als Lichter und Musik. Dieses Fest ist Teil unseres Herzens, Teil unserer Stadtseele.“ Seit über 1173 Jahren feiern die Hersfelder zu Ehren von Stadtgründer Lullus – ein beeindruckendes Stück lebendiger Geschichte, das bis heute Generationen verbindet.

Das Feuer, das im Zentrum des Festes steht, ist dabei weit mehr als ein symbolischer Akt. Es soll Licht und Wärme spenden – insbesondere in unsicheren Zeiten. „Das Lullusfeuer steht als Symbol für das Leben, für Licht in der dunkler werdenden Jahreszeit. Und vielleicht brauchen wir dieses Licht heute mehr denn je“, so Hofmann.

Die Bürgermeisterin blickte in ihrer Rede auch zurück auf das vergangene Jahr in der Stadt: von großen Investitionen in Feuerwehr und Infrastruktur über kulturelle Highlights wie die Festspiele mit Rekordbesuch bis hin zu neuen Projekten im Tourismus und in der Gesundheitsversorgung. Sie würdigte das Engagement vieler Menschen, die Bad Hersfeld mitgestalten – ob politisch, ehrenamtlich oder beruflich. „Feuer verbindet“, sagte sie – und meinte damit auch das Miteinander in einer Gesellschaft, die sich immer wieder neu finden muss.

Dabei richtete Hofmann auch einen Appell an Landes- und Bundespolitik: Weniger Bürokratie, eine faire Finanzierung und mehr Vertrauen in die kommunale Arbeit seien nötig, um Städte wie Bad Hersfeld zukunftsfähig zu halten. Sie warnte vor einer gefährlichen Entwicklung, wenn finanzielle Spielräume immer weiter eingeschränkt würden – nicht nur für Kultur und Feste, sondern für das demokratische Miteinander insgesamt.

Doch an diesem Tag steht die Freude im Mittelpunkt. „Das Lullusfest zeigt: Eine Stadt ist mehr als Beton und Straßen. Sie ist ein Gefühl, eine Haltung, ein Wir“, sagte Hofmann – und lud alle ein, die kommenden Tage als Gelegenheit zu nutzen, Sorgen loszulassen, Freunde zu treffen und sich verbunden zu fühlen. Denn: „Es ist so ein bisschen wie Heimkommen und Familientreffen“ betonte Hofmann. Mit dem Entzünden des „Fierche“ war der Weg frei für einen ausgelassenen Festumzug durch die Innenstadt – begleitet von Musik, Begeisterung und traditioneller Lolls-Atmosphäre. Bad Hersfeld ist bereit für eine Woche voller Erinnerungen, Begegnungen und Gemeinschaft.