Die Gruppenliga lässt sich auch in den letzten Zügen vor der Winterpause nicht lumpen: Am vorletzten Wochenende spielen alle parallel am Sonntag – sofern die Plätze mitspielen. Spannung ist überall drin, schließlich sind es in der Tabelle von Platz zwei bis elf lediglich sechs Punkte Differenz. Einmal Punkte liegen lassen – und ein Abrutschen droht.
Das sieht auch Sickels-Trainer Francisco Martinez, der mit seiner SGS das Topspiel gegen Oberzell/Züntersbach vor der Brust hat. „Jetzt ist es Vierter gegen Dritter – eine Woche später könnte es aber Neunter gegen Fünfter heißen“. Daher möchte der Coach von der aktuellen Konstellation wenig wissen, und weiß, dass es auch schnell nach unten gehen kann: „Wir müssen auch schon nach hinten schauen, um nicht in die Bredouille zu kommen“, warnt er. Bei vier möglichen Direktabsteigern in dieser Saison möchte Sickels so schnell wie möglich Punkte holen, um nach dem Aufstieg drin zu bleiben. 26 hat die SGS bereits, aber: „Im Fußball geht alles sehr schnell. Man kann schnell mal vier Kranke, einen Urlauber und einen Gesperrten haben“, weiß Martinez. Aktuell belegt der Aufsteiger einen soliden vierten Rang, könnte bei einer Niederlage aber bis auf Platz acht oder neun abrutschen. „Es ist Wahnsinn, wie eng die Tabelle ist“ – wohl wahr. Mit Blick auf Oberzell/Züntersbach erwartet Martinez ein Spiel auf Augenhöhe, auch wenn die Ergebnisse den Coach beeindrucken. „Das ist schon echt verrückt, was sie auf den Platz zaubern“, schmunzelt er. Aktuell stecken die Gäste aber in der Ergebnis-Krise: Fünf Spiele in Folge verloren die Sinntaler – und sind dennoch Dritter. Den Negativtrend möchte Sickels ausnutzen, auch wenn es alles andere als ein Selbstläufer wird. „Sie sind eine gestandene Mannschaft, sind sehr kompakt und nach vorne geht immer etwas – das sieht man an den Ergebnissen und Torschützen“, warnt Martinez.
Abseits dieses Knallers hat der Gruppenliga-Sonntag aber noch viel mehr zu bieten. Das zweite Spiel im Fuldaer Stadtgebiet steigt zeitgleich in der Heppeau, wo die SG Bronnzell auf den FSV Thalau trifft. Die Viktoria holte unter der Woche einen späten Punkt in Freiensteinau, nun wartet die nächste Herausforderung: „Wir müssen einfach konsequent sein und das ganze Spiel spielen – du brauchst Konstanz über 90 Minuten“, betont Trainer Zlatko Radic. Das hatte die Viktoria bisher nicht immer, und so war auch stattdessen die SG Aulatal offizieller Herbstmeister nach 15 Spielen. Das dürfte aber nur eine Nebenrolle spielen, denn gegen Thalau wird es nicht einfacher: „Gegen die, die gegen den Abstieg spielen, ist es immer unbequem. Aber wenn wir so spielen, wie in der zweiten Halbzeit in Freiensteinau, bin ich positiv gestimmt“, so Radic.
Nicht nur das Spiel in der Heppeau hat Derby-Charakter – auch die Teutonia aus Großenlüder hat nach Freiensteinau eine der überschaubaren Anreisen vor der Brust. Wie in Bronnzell heißt es noch ein zweites Mal Aufsteiger gegen Absteiger: Die FSG Vogelsberg begrüßt den SV Neuhof.
Gruppenliga
Sonntag
14.30 Uhr
Bronnzell – Thalau
Vogelsberg – SV Neuhof (in Lanzenhain)
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Hönebach (in Schwarzbach)
Aulatal – Schlüchtern (in Kirchheim)
Sickels – Oberzell/Züntersbach
Künzell – Neuenstein (am Noppen)
15 Uhr
Freiensteinau – Großenlüder
15.30 Uhr
Bad Soden II – Niederaula/Kerspenhausen
