Eingeladen hatte der Vorsitzende der Senioren-Union Kreisvereinigung Fulda, Karl-Josef Hahner, der die Gäste herzlich begrüßte und sich besonders bei Fritz-Schubert für dessen Kommen bedankte. Hahner betonte, dass der Vortrag üblicherweise ein eher jüngeres Publikum anspreche – umso interessanter sei es, die Perspektive auf das Glück nun gemeinsam mit älteren Zuhörenden zu beleuchten.
Fritz-Schubert stammt aus Fulda und war viele Jahre als Lehrer und Schulleiter in Heidelberg tätig. Bereits früh beschäftigte er sich mit der Frage, wie sich Wohlbefinden systematisch fördern lässt – und setzte 2007 mit der Einführung des Schulfachs „Glück“ bundesweit beachtete Akzente. Was zunächst kontrovers diskutiert wurde, entwickelte sich zu einem erfolgreichen Modell, das später auch in der Lehrkräfteausbildung und in Unternehmen Anwendung fand. Fritz-Schubert ist zudem Autor. In seinem Vortrag stellte er klar: Glück sei nichts Einheitliches – es müsse individuell erlebt und gestaltet werden. „Was man weitergibt, soll ja immer aus der Selbsterfahrung folgen“, so Fritz-Schubert. Glück sei kein Zufallsprodukt, sondern beginne im Kopf. Es könne aktiv beeinflusst werden – auch und gerade im Alter.
Immer wieder forderte der Referent die Zuhörenden auf, sich eigene Glücksmomente bewusst zu machen. Wohlbefinden sei keine Frage großer Ereignisse. Ein gemeinsamer Kaffee, eine herzliche Begegnung oder das vertraute Zusammensein mit der Familie – all das könne bereits kleine, aber bedeutende Glücksmomente auslösen. Entscheidend sei, diese überhaupt wahrzunehmen. „Das kleine Wohlgefühl heißt für uns eigentlich die Achtsamkeit“, sagte Fritz-Schubert. Er verdeutlichte anhand verschiedener Beispiele, wie unterschiedlich sich Glück äußern kann: kurz und intensiv – etwa bei einem bewegenden Erlebnis – oder schwach, aber langanhaltend, wie bei regelmäßigen Spieleabenden oder stabilen Freundschaften. Und: Auch im Rückblick könne Glück entstehen – durch Erinnerungen an das eigene Leben, an Beziehungen, Erfolge oder prägende Erfahrungen.
Ein besonderer Fokus lag auf der Bedeutung von Beziehungen und sozialen Bindungen. Familie, Freundschaften, das geteilte Erleben – das seien tragende Säulen für anhaltendes Wohlbefinden. „Alt werden ist nichts für Feiglinge“, sagte Fritz-Schubert mit einem Schmunzeln – und unterstrich damit, dass Altern Herausforderungen mit sich bringe. Doch gerade diese ließen sich bewusst gestalten. „Wir sind mit unseren kognitiven Möglichkeiten tatsächlich in der Lage, diese Dinge selber zu beeinflussen“, betonte der Referent. Immer wieder kehrte Fritz-Schubert zu einem zentralen Punkt zurück: Glück entstehe dort, wo die Aufmerksamkeit auf das Gelungene gelenkt werde. Nicht das, was fehlt, sondern das, was da ist, sollte in den Blick genommen werden. „Leben heißt, Dinge tatsächlich zu erleben und sich darüber zu freuen – auch wenn die Freude manchmal zweimal ist: Wenn sie kommen und wenn sie gehen“, so Fritz-Schubert. Mit dieser Mischung aus Humor, Erfahrung und Tiefgang regte er die Teilnehmenden immer wieder dazu an, ihr eigenes Lebensglück zu überdenken – und bewusst zu gestalten.
