Lokales FD 08.10.2025

Gedenken an Opfer des 7. Oktobers – Kundgebungen in Fulda

Fulda (as/pm) – In Fulda wurde am Dienstag an den Anschlag des 7. Oktobers 2023 erinnert. Das Bündnis C – Christen für Deutschland zeigte mit Israelfahnen, Liedern und Gebeten Solidarität mit Israel. Gemeinsam wurde den Opfern des Hamas-Angriffs und der zahlreichen Toten in Gaza gedacht und für den Frieden gebetet. Am Mittag hatten zudem die Gruppe „Students for palestine“ Fulda an die Opfer in Palästina gedacht und Kerzen entzündet.

Fotos: Paula Nöllenheidt, Justin Klenner

Bei der Gedenk- und Solidaritäskundgebung von „Students for palestine“ wurde in der Bahnhofstraße auf die aktuelle Situation im Nahen Osten aufmerksam und das humanitäre Leid durch den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Am Nachmittag versammelten sich Menschen bei der Solidaritätskundgebung für Israel auf dem Universitätsplatz. Dort wurde über das Schicksal von israelischen Familien im Zuge des Anschlags informiert. Außerdem wurde eine Schweigeminute für die Opfer abgehalten.

Tag des Gedenkens und der Verantwortung

„Der 7. Oktober hat die Welt erschüttert. Die terroristischen Angriffe der Hamas auf Israel waren ein Angriff auf die Menschlichkeit selbst – auf Leben, Würde und Frieden“, sagte Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori anlässlich des Jahrestags: „Mehr als tausend Menschen wurden ermordet, verschleppt, verletzt. Familien wurden zerstört, eine ganze Nation traumatisiert.  Gegenwärtig befinden sich noch 48 Geiseln in der Hand der Hamas, von denen etwa 20 als lebend gelten. Dieses Leid bleibt – und es darf niemals vergessen werden.“

Mansoori betonte, dass Solidarität mit Israel unverrückbar sei: „Das Existenzrecht Israels und das Recht, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen, stehen für mich außer Frage. Diese Haltung ist nicht nur politische Überzeugung, sondern Teil unserer historischen Verantwortung.“ Zugleich verwies der Minister auf die humanitäre Katastrophe, die seit dem Angriff am 7. Oktober in Gaza entstanden ist. „Der Terror der Hamas hat auch die Menschen in Gaza in Geiselhaft genommen – und der Krieg, der folgte, hat unermessliches Leid über die Zivilbevölkerung gebracht. Hunderttausende leben in Angst, Hunger und Verzweiflung. Dieses Leid zu sehen, mindert nicht unsere Solidarität mit Israel – im Gegenteil: Es erinnert uns daran, dass Menschlichkeit niemals einseitig sein darf.“

Mit Blick auf eine dauerhafte Friedensperspektive erklärte Mansoori: „Wer Frieden will, muss Sicherheit und Gerechtigkeit zusammendenken. Die Anerkennung eines palästinensischen Staates ist kein Widerspruch zur Solidarität mit Israel, sondern ihre notwendige Ergänzung. Dauerhafter Frieden kann nur entstehen, wenn beide Völker in Würde, Sicherheit und gegenseitiger Anerkennung leben.“ Abschließend sagte Mansoori: „Der 7. Oktober bleibt ein Tag der Trauer – aber auch der Verantwortung. Verantwortung, Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen. Verantwortung, das Leid aller Opfer anzuerkennen. Und Verantwortung, Menschlichkeit zum Maßstab unseres politischen Handelns zu machen – in Hessen, in Deutschland, in der Welt.“

Kampf gegen Antisemitismus: Klare Haltung in den Klassenzimmern

Zum zweiten Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel mit seinen schrecklichen Folgen hat Hessens Kultusminister Armin Schwarz daran appelliert, die Bekämpfung des sich ausbreitenden Judenhasses entschlossen als wichtige Bildungsaufgabe zu verstehen. Schwarz: erklärte: „Der offene Antisemitismus in unserer Gesellschaft, Aufrufe zur Gewalt, zu der Vernichtung Israels oder die Relativierung des Holocausts machen auch vor unseren Schulen nicht halt. Wir dürfen hier nicht wegschauen, müssen klare Haltung zeigen und die Situation in den Klassenzimmern immer wieder thematisieren, um konsequent gegen Ausgrenzung und Hass vorzugehen.“

Zeichen der Völkerverständigung

Antisemitische Vorfälle wie auch andere extremistische Vorfälle müssen nach einem Erlass des Kultusministeriums aus dem Jahr 2018 von den Schulen umgehend bei den jeweiligen Staatlichen Schulämtern gemeldet werden.

Anfang September besuchte Minister Schwarz Israel und bahnte dort weitere Schulpartnerschaften zwischen hessischen und israelischen Schulen an – als wichtiges Zeichen der Völkerverständigung und des Zusammenhalts. Zu den aktuellen Jubiläen – 60 Jahre deutsch-israelische Beziehungen und 70 Jahre deutsch-israelischer Jugendaustausch – ist das Netzwerk jetzt beidseitig auf jeweils 20 Schulen angewachsen, fünf weitere Schulen in Hessen haben gerade ihre Bereitschaft zu einer Partnerschaft erklärt. Die Verbindungen werden vom israelischen Bildungsministerium aktiv unterstützt.

Das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen fördert gemeinsam mit Partnern eine Vielzahl von Programmen und Projekten zur Prävention und Intervention im Unterricht. Dies sind neben Schulpartnerschaften, Fortbildungen, Beratungsangebote und Workshops für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler. Außerdem gibt es viele Unterrichtsmaterialien und Empfehlungen für den Umgang mit Antisemitismus an Schulen.

Demonstrationen auf dem Uniplatz. Fotos: Paula Nöllenheidt, Justin Klenner