„1966 bin ich nach Thalau gezogen und habe dort zunächst in der Metzgerei gearbeitet. Das hat mir später in der Gastronomie auch extrem weitergeholfen“, blickt Margot Menz zurück, die der Liebe wegen aus dem unterfränkischen Kothen in die Gemeinde Ebersburg kam – mit dem Tod ihres damaligen Mannes 1972 allerdings schon wenig später einen Schicksalsschlag verkraften musste. „Das war schon hart, vor allem mit zwei kleinen Kindern, die es zu ernähren galt“, erinnert sich Menz. 1969 kam Tochter Heike zur Welt, zwei Jahre zuvor Sohn Georg, der den Gasthof Zum Hirsch mittlerweile als Inhaber leitet – und das außerordentlich gut, wie die Jubilarin lobt: „Der Georg macht das wirklich gut. Da bin ich sehr zufrieden.“
Drei Jahre nach dem Schicksalsschlag heiratete die heute 80-Jährige erneut und nahm den Nachnamen Menz an, ihre Leidenschaft galt aber weiterhin dem Gasthof, den sie mit Hingabe führte und 1972 und 1988 umbaute und modernisierte. Doch auch über die Gastronomie hinaus war Menz in und um Thalau immer wieder überall anzutreffen: Ob bei der KFD (Katholische Frauengemeinschaft), dem Kegelclub, dem Sportverein, dem Rhönclub oder den Walldürner Wallfahrern, Menz war immer mit dabei. „Beim Sportfest in Thalau sind wir damals in den 70ern mit einer Frauenmannschaft angetreten. Da war die Hölle los. Die Wallfahrten waren aber mein Steckenpferd und mein Hobby.“
Bei der jährlichen Pilgerreise des Fuldaer Bistums in den baden-württembergischen Wallfahrtsort Walldürn läuft die 80-Jährige heute nicht mehr mit. „Das habe ich oft genug gemacht. In dem Alter kann man sich auch mal Ruhe gönnen“, schmunzelt Margot Menz – auch wenn die Jubilarin auch heute noch viel beschäftigt ist, natürlich vornehmlich in „ihrem“ Gasthof: Auch mit 80 Jahren fährt Margot Menz noch Essen aus – und ein Ende ist nicht in Sicht.
