„Eigentlich war an dem Tag gar nicht viel los“, erzählt Sporer. „Trotzdem wirkte alles ziemlich unkoordiniert: der Fahrstuhl hielt nach der ersten Station im 2. Stock. Hier sollten wir den Aufzug verlassen, durch eine Zählschranke gehen und dann wieder einsteigen, um die Fahrt bis zur Turmspitze hochzufahren. So die Theorie. Leider war eine Fahrt ganz nach oben nicht möglich und so mussten wir und alle anderen Besucher anschließend doch noch Treppen steigen. Klare Abläufe oder Hinweise, wie der Rundgang gedacht ist, sucht man vergeblich.“
Solche Eindrücke passen zu den Berichten, die zuletzt auch in der Presse die Runde machten: Zwischen großem Andrang, unklarer Wegeführung und organisatorischem Durcheinander scheint der Besuch des Schlossturms für viele eher zur Herausforderung zu werden. Die Grünen finden: Das muss besser gehen.
„Wir freuen uns, dass der Turm wieder offen ist und so viele Menschen Fulda von oben erleben können“, sagt Sporer: „Aber wenn selbst bei wenig Betrieb Verwirrung herrscht, zeigt das: Hier braucht es mehr Struktur, klare Wege und bessere Orientierung.“
Auch Marie-Louise Puls, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, betont, dass beim Besuch des Schlossturms nicht nur die Zugänglichkeit, sondern auch die Orientierung eine wichtige Rolle spielt. „Schön ist, dass man schon beim ersten Stopp durch die großen Fenster einen Blick auf die Stadt werfen kann“, sagt sie. „Aber der Anspruch der Stadt sollte sein, dass sich alle Besucherinnen und Besucher im Turm gut zurechtfinden – egal ob jung oder alt, mit oder ohne Einschränkungen. Wer Fulda von oben erleben möchte, sollte wissen, wo es langgeht – ohne sich unsicher oder ausgeschlossen zu fühlen.“
Die Grünen erinnern zudem daran, dass sie sich schon in der Vergangenheit kritisch zur sogenannten Turmhaube geäußert haben – damals ging es um Fragen der Kosten, der Transparenz und der praktischen Umsetzung. Dass der Turm jetzt wieder erlebbar ist, sei positiv, betonen sie, aber Schönheit – die durchaus im Auge des Betrachters liegt – und Funktionalität müssen Hand in Hand gehen.
„Der Schlossturm ist ein echtes Aushängeschild für Fulda“, sagt Puls „Umso wichtiger ist es, dass der Besuch nicht zum Hindernislauf wird, sondern zu einem Erlebnis, das allen in guter Erinnerung bleibt – von der Schulklasse bis zu den Großeltern.“
