Lokales FD 29.10.2025

Fulda als Bundeswehr-Standort? Wehner: Wir stehen bereit

Fulda (jah) – Die Barockstadt Fulda verfügt bislang über keine militärische Einrichtung der Bundeswehr. Nach dem Willen der örtlichen Christdemokraten könnte sich das künftig ändern. Der CDU-Stadtverband plädiert dafür, dass die Stadt wieder Teil der militärischen Infrastruktur Deutschlands wird – auch, um in einem eventuellen Verteidigungsfall vorbereitet zu sein.

Ist die Bundeswehr bald in der Barockstadt stationiert? Fotos: Justin Klenner

„Im Rahmen unserer Mitgliederversammlung haben wir auch die kommunalpolitischen Leitlinien beschlossen“, erklärte Fuldas Bürgermeister Dag Wehner, zugleich Vorsitzender des CDU-Stadtverbands: „Da geht es darum, was uns in der Wahlperiode besonders wichtig ist.“ Und dazu zähle in besonderem Maße auch die Sicherheitspolitik, so Wehner: „Gerade im Hinblick auf einen möglichen Verteidigungsfall sind wir uns unserer Verantwortung absolut bewusst. Wir wollen ein klares Signal senden: Wir stehen bereit.“ Entsprechend seien konkrete Flächen oder Immobilien derzeit nicht im Gespräch, vielmehr gehe es um die grundsätzliche Bereitschaft: „Unsere Initiative ist ein Ausdruck dafür, dass wir bereit sind, sicherheitspolitische Verantwortung mitzutragen“, erklärte der Bürgermeister und fügte an: „Wir feiern ja beispielsweise auch den Tag der Reservisten in zentraler Lage mitten auf dem Uniplatz. Das ist auch ein Zeichen, dass wir als CDU voll dahinter stehen.“

Kein fertiger Plan, sondern ein politisches Bekenntnis

In Zeiten geopolitischer Spannungen und angesichts der sicherheitspolitischen „Zeitenwende“ in Deutschland sei es sinnvoll, über eine Rückkehr militärischer Strukturen nachzudenken. Fulda könne in Zukunft bei logistischen Abläufen oder bei der Unterstützung der Nato-Ostflanke eine Rolle spielen. „Wenn es beispielsweise um Verlegungen von Spanien oder Portugal an die Ostflanke geht, verläuft der Weg ja fast automatisch nördlich der Alpen, da die Schweiz und Österreich bekanntermaßen nicht in der Nato sind“, betonte Wehner und erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die historische Rolle Fuldas als Garnisonsstandort. Schon in früheren Jahrhunderten sei die Stadt militärisch von Bedeutung gewesen – während der napoleonischen Feldzüge ebenso wie im Kalten Krieg. Die geographische Lage zwischen Ost und West mache Fulda, so Wehner, weiterhin zu einem logistisch günstigen Punkt.

Unterstützung aus der Politik

„Die Entscheidung, in welchem Umfang Bundeswehrstandorte neu errichtet oder reaktiviert werden, trifft die Bundeswehr selbst“, erklärte Landrat Bernd Woide auf Anfrage zu der entsprechenden Thematik: „Ich halte einen konstruktiven Austausch unserer Region mit der Bundeswehr aber für wichtig, da wir aufgrund der zentralen Lage und der Nähe zu Wildflecken gute Standortbedingungen bieten würden. Der Landkreis Fulda ist bereit, in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Dabei spielen auch die Belange des Bevölkerungsschutzes und der Zivilen Verteidigung sowie des Katastrophenschutzes eine wichtige Rolle.“

Auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld steht der Idee positiv gegenüber: „Mit seiner zentralen Lage in Deutschland sowie mit seiner exzellenten Verkehrsanbindung bietet Fulda gute Voraussetzungen, um einen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands zu leisten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jede Kommune in Deutschland bereit sein sollte, für das Thema Sicherheit und die Bundeswehr Verantwortung zu übernehmen“, hieß es aus dem Fuldaer Stadtschloss – und auch Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand äußerte sich ähnlich: „

„Dieses offene Bekenntnis zur Bundeswehr ist richtig und in dieser Zeit sehr hilfreich. Fulda und die Region Osthessen haben immer einen besonderen Beitrag zur Sicherung von Frieden und Freiheit für Deutschland geleistet. Die Menschen hier wissen, was die Freiheit, auch die Freiheit von konkreter Bedrohung für uns im Alltag bedeutet“, betonte Brand, fügte allerdings an, dass Entscheidungen über etwaige Standorte an anderen Orten getroffen werden: „ Am Ende wird natürlich die strategische Planung zur Verteidigung unseres Landes über die Standorte entscheiden. Aber Fulda und die Region stehen dazu bereit. Mit dem Tag der Reservisten mitten in der Stadt, in jedem Jahr gemeinsam mit Feuerwehr, Bundespolizei, Rotem Kreuz setzt Fulda ein konstantes Signal. Das öffentliche Gelöbnis 2024 im Schlosshof war ein weiteres Bekenntnis zu den Frauen und Männern unserer Streitkräfte. Fulda hebt sich positiv von anderen Städten ab und zeigt Rückgrat für unsere Bundeswehr, unsere Sicherheit.“