Unter den Experten, die das Frühstück inhaltlich begleiteten, waren Anja Moritz, Geschäftsführerin der Endometriose-Vereinigung Deutschland, Dr. med. Klaus Doubek, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte, sowie Prof. Dr. med. Ivo Meinhold-Heerlein, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Auch die Staatssekretärin im Hessischen Gesundheitsministerium, Dr. Sonja Optendrenk, nahm an der Veranstaltung teil.
Ministerin Stolz verwies in ihrer Rede auf die enorme Bedeutung frühzeitiger Diagnosen und einer besseren Versorgung: „Man geht davon aus, dass in Deutschland mindestens zwei Millionen Frauen an Endometriose leiden. Die Erkrankung bleibt häufig lange unerkannt – im Schnitt vergehen 7,5 Jahre bis zur gesicherten Diagnose. Das ist nicht hinnehmbar. Die Symptome wie chronische Schmerzen, Unfruchtbarkeit oder Erschöpfung beeinträchtigen das Leben der Betroffenen massiv.“ Sie betonte, dass Hessen das Thema Endometriose als eines der wenigen Bundesländer explizit im Regierungsprogramm verankert habe – ein klares Zeichen für den politischen Willen, Versorgungslücken zu schließen und die Frauengesundheit systematisch zu stärken.
Auch Anja Moritz unterstrich die Bedeutung des Formats: „Endometriose erfährt nach wie vor nicht die Resonanz und Unterstützung, die dringend notwendig wären. Dass die Gesundheitsministerin heute das Parlamentarische Frühstück initiiert hat, war ein wichtiger Schritt, um in den politischen Dialog zu treten und Verständnis für die Perspektive der Betroffenen zu schaffen.“
Prof. Dr. Meinhold-Heerlein machte deutlich, dass es sich bei Endometriose um eine chronische Erkrankung handelt, die rund zehn bis 15 Prozent aller Frauen betrifft. „Diese Krankheit ist seit über 100 Jahren bekannt, wurde jedoch lange tabuisiert. Es ist überfällig, dass wir nun offen darüber sprechen und die Forschung sowie Versorgung vorantreiben.“ In dieselbe Richtung äußerte sich auch Dr. Klaus Doubek, der die mangelnde Sichtbarkeit des Themas kritisierte und Aufklärung schon in der Schule forderte: „Endometriose ist stigmatisiert – und stigmatisierend. Wissen schützt. Nur durch Aufklärung und Sensibilisierung kann eine frühzeitige Erkennung gelingen.“
Abschließend betonte Ministerin Stolz, dass eine flächendeckende, geschlechtersensible medizinische Versorgung für Frauen in allen Lebensphasen gewährleistet sein müsse. Aufgrund der positiven Resonanz auf das parlamentarische Frühstück seien bereits weitere Veranstaltungen in Planung. So steht das Gesundheitsministerium aktuell im Austausch mit Dr. Lena Seegers vom Universitätsklinikum Frankfurt, die das erste universitäre Frauenherzzentrum Deutschlands gegründet hat. Auch hier sei ein deutlicher Gender-Health-Gap zu erkennen, dem man konsequent entgegenwirken wolle.
„Das Thema Endometriose in den Vordergrund zu stellen, ist mehr als überfällig“, betonte auch Dr. Klaus Doubek. „Endometriose ist stigmatisiert und stigmatisierend. Aufklärung und Sensibilisierung sind geboten. Machen wir uns klar: Wissen schützt, denn eine frühzeitige Erkennung ist wesentlich. Aufklärung kann in der Schulzeit beginnen.“ Abschließend betonte Stolz: „Frauen müssen sich darauf verlassen können, dass sie in allen Lebensphasen eine flächendeckende und für sie passende medizinische Versorgung erhalten. Nach der durchweg positiven Resonanz auf das parlamentarische Frühstück „Frauengesundheit im Fokus“, laufen bereits die Vorbereitungen für das nächste an. Das Gesundheitsministerium steht mit Frau Dr. Lena Seegers vom Universitätsklinikum Frankfurt in Kontakt, die das erste universitäre Frauenherzzentrum Deutschlands gegründet hat, weil auch hier ein deutlicher Gender-Health-Gap auszumachen ist, dem wir entgegentreten müssen.“
