Der Einbürgerungsempfang ist seit 1999 Tradition der Stadt Fulda und findet jährlich an zwei bis drei Terminen für Fuldaerinnen und Fuldaer, die die deutsche Staatsbürgerschaft über das Einbürgerungsverfahren erhalten haben, statt. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte die Eingebürgerten und freute sich, diese „besondere Veranstaltung“ durchführen zu dürfen. Es sei in seinem Interesse, dass die Eingebürgerten sich nicht nur als deutsche Staatsbürger verstehen würden, sondern vor allem auch als Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fulda. „Jeder Weg ist individuell und wertvoll, sie sind hier alle herzlich willkommen und ich will meinen Respekt vor dem aussprechen, was sie geleistet haben.“ Er zeigte die Schwierigkeiten vom „langen und schwierigen Weg“ zur Einbürgerung in Deutschland auf, insbesondere Disziplin sei dafür nötig. „Ich möchte sie ermutigen, sich als Teil der Gesellschaft zu empfinden und vor allem, sich nicht zurückzuhalten“, appellierte Wingenfeld. Es sei ein Anliegen der Stadt Fulda, dass die Bürger nicht nur nebeneinander leben, sondern vor allem miteinander. So beweise die Geschichte der Stadt Fulda, was entstehen könne, wenn Menschen sich von außen aktiv einbringen würden. Besonders wünsche er sich, dass die Eingebürgerten sowohl von ihrem Wahlrecht verantwortungsvoll Gebrauch machen als auch überlegen, sich selbst in der Politik zu engagieren. Gleichzeitig betonte Fuldas Oberbürgermeister die Verpflichtung, sich an die Grundwerte, besonders die Werte der Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde zu halten. „Sie sind alle, aufgrund ihres Werdegangs, Brückenbauer“, resümierte Heiko Wingenfeld zum Abschluss.
„Dieser Akt ist ein wichtiger Schritt, denn Sie haben sich bewusst dazu entschieden, ihre Zukunft Deutschland und unserer Stadt anzuvertrauen“, erklärte Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann in ihrem Grußwort. Die Einbürgerung sei nicht nur ein Verwaltungsakt, sondern vielmehr ein „Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Ordnung. Eines verbindet Sie jedoch alle, nämlich die Entscheidung, hier zu bleiben“, so Hartmann. Einbürgerungen würden die Gesellschaft bereichern und sie vielfältiger machen, betonte die Stadtverordnetenvorsteherin abschließend.
Mehmet Dokuzoglu, einer der 68 neuen, deutschen Staatsbürger, erzählte in seinem persönlichen Erfahrungsbericht von der Auswanderung seines Vaters, welchen er als „mutiges Kerlchen“ bezeichnete, aus der Türkei, woraufhin er 1972 in Deutschland geboren sei. „Es hat 53 Jahre gedauert, bis die Rahmenbedingungen geschaffen wurden, dass ich endlich auch dazugehören kann“, erklärte er. „Die Einbürgerung bedeutet nicht, meine Heimat zu verlassen, sondern ein Teil von meiner wahren Heimat zu werden“, betonte Dokuzoglu. Besonders appellierte er, sich an der demokratischen Entwicklung zu beteiligen und bei der Meinungsbildung in Deutschland stets von vielseitigen Quellen gebrauch zu machen.
Im Anschluss an die Überreichung der Urkunden sowie eines kleinen Präsentes kamen die Anwesenden bei einem Umtrunk zusammen. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Ferdinand Wehner am Saxophon und Erik Oldenburg am Klavier umrahmt, beide von der Musikschule Fulda.
