Die Ausstellung beleuchtet politische Entwicklungen, lokale Biografien und die Bedeutung jüdischer Identität – auch mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Diskurse. Eröffnet wurde die Ausstellung am Donnerstagabend von Prof. Dr. Martina Ritter, Vizepräsidentin der Hochschule Fulda für Forschung und Transfer. In ihrer Ansprache betonte sie die Relevanz des Themas: „Es kann nicht häufig genug ausgestellt werden.“
Tina Enders, Ansprechpartnerin der Hochschule zur Prävention und Sensibilisierung gegenüber Antisemitismus, begrüßte die Gäste gemeinsam mit Bibliotheksdirektor Berthold Weiß. In ihrer Rede betonte sie die Bedeutung der Auseinandersetzung mit historischen Diskriminierungsformen für den heutigen Umgang mit Ausgrenzung: „Antisemitismus in seinen vielfältigen Formen ist bis heute Realität. Die Themensetzung verdeutlicht, wie relevant der historische Kampf um Emanzipation und Gleichberechtigung auch heute noch ist.“
Die Ausstellung greift die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Emanzipation jüdischer Menschen auf und verdeutlicht an biografischen Beispielen aus Fulda, welche Chancen und Hindernisse ihnen begegneten. Zugleich wirft sie Fragen nach kultureller Identität, Zugehörigkeit und Kontinuität auf. Die Ausstellung ist bis zum 30. November während der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek zugänglich. Der Eintritt ist frei.
Ein Grußwort sprach auch Roman Melamed, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Fulda. Er erinnerte an die Wiedergründung der Gemeinde im Jahr 1987, vor allem durch Zuwanderung aus der früheren Sowjetunion. Heute sei die Gemeinde kleiner, fühle sich aber sicher und gut unterstützt. Melamed betonte: „Für mich ist ganz persönlich sehr wichtig, dass wir auch das zum Anlass nehmen zu begreifen, dass jüdisches Leben in Deutschland Normalität ist.“ Er ergänzte: „Im Judentum leben Menschen weiter, wenn an sie erinnert wird. Und diese Ausstellungen sind ein wichtiger Lernort.“ Nach abschließenden Worten von Dr. Michael Imhof, Kurator und Vorstandsmitglied des Vereins Zukunft Bildung Fulda, konnten die Gäste die Ausstellung bei Getränken und kleinen Snacks eigenständig erkunden.
