Tischtennis 07.10.2025

Bundesliga – Mit vereinten Kräften: Maberzell gewinnt Hessenderby

Bad Homburg (pf) – Etwas schwerfällig war der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell ins Hessenderby gekommen, machte dann nach der Pause aber ernst: Am Ende stand ein wichtiger 3:1-Erfolg beim TTC OE Bad Homburg in der Tischtennis-Bundesliga, mit dem die Osthessen den Kontakt zu den Playoff-Plätzen wahren.

Jonathan Groth verlor sein erstes Einzel, schlug dann aber stark zurück. Archivfoto: Manfred Völler

Die Bad Homburger wurden ihrem Ruf als potenziellem Stolperstein gerecht und hatten mit Jo Yokotani und Csaba Andras nicht nur ihre zwei bisher erfolgreichsten Akteure in dieser Saison im Aufgebot, vor denen Maberzells Präsident Stefan Frauenholz vorher gewarnt hatte. Sondern auch noch den Spanier Juan Perez, der in von allen drei in der Weltrangliste am besten steht und Jonathan Groth einen Punkt abnehmen konnte: Das zweite Einzel verlor der Maberzeller fast glatt und hatte nur im zweiten Satz mal kurz aufgedreht. „Das hatten wir nicht auf dem Plan“, musste Frauenholz zugeben.

Das konnte der Däne, der für den TTC an eins gespielt hat, natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und machte später am Abend dann selbst den Sack zu: Mit einem überzeugenden Auftritt gegen den Japaner war das 3:1 für Maberzell eingetütet und der Sieg unter Dach und Fach. Hier dominierte Groth von Beginn an, holte im zweiten Satz fast einen Vier-Punkte-Rückstand noch auf, doch war direkt wieder fokussiert und brachte das Match zu Ende. „Wenn es drauf ankam, hat Jonathan immer gewonnen. So war es in Dortmund und auch heute. Wir hatten uns schon gedacht: Der wird doch nicht zwei Spiele verlieren wollen…“, schmunzelte Frauenholz.

Abwehrspezialist Ruwen Filus spielte das erste Einzel gegen den starken Japaner in Bad Homburgs Reihen – und es wurde das längste Match des Abends: Filus legte los wie die Feuerwehr, führte 7:0 und holte Satz eins, dann schlug sein Kontrahent aber stark zurück. Der dritte Durchgang war umkämpft, Filus zog ihn aber und musste dann im vierten Satz trotz komfortabler Führung nochmal zittern. Yokotani erkämpfte sich eine 10:9-Führung, ehe Filus drei Satzbälle abwehrte und anschließend selbst jubelte. Auch Frauenholz war begeistert: „Er hatte für Bad Homburg beim letzten Spiel gegen Grenzau zwei klare Siege eingefahren und sie zum Sieg geführt. Wir hatten schon etwas Respekt vor dem Japaner. Aber Ruwen hat ihn geknackt – das war der Schlüssel“.

Während die ersten beiden Einzel von 19 bis 20.26 Uhr liefen, ging es nach der Pause wie erwähnt schnell: Dimitrij Ovtcharov war binnen 25 Minuten mit Csaba Andras fertig und ließ dank einer „überragenden Leistung“, so Frauenholz, nichts anbrennen. Und Groth krönte seine Leistungssteigerung dann ebenfalls zeitig und schickte die Zuschauer um 21.50 Uhr nach Hause. Maberzell fuhr den dritten Sieg im fünften Saisonspiel ein – weiter geht es am Sonntag, 26. Oktober, zuhause gegen Grünwettersbach. „Jetzt haben wir uns erstmal etwas vorgearbeitet in der Tabelle“, atmete Frauenholz auf.

TTC OE Bad Homburg 1987 – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 1:3

Jo Yokotani – Ruwen Filus 1:3 (7:11, 12:10, 9:11, 12:14)

Juan Perez – Jonathan Groth 3:1 (11:5, 8:11, 11:5, 12:10)

Csaba Andras – Dimitrij Ovtcharov 0:3 (8:11, 6:11, 9:11)

Jo Yokotani – Jonathan Groth 1:3 (5:11, 12:10, 7:11, 5:11)