„Junge Menschen engagieren sich in Vereinen, Jugendverbänden, Schülervertretungen und politischen Initiativen und übernehmen dort Verantwortung. Trotzdem bleibt ihnen das Wahlrecht verwehrt. Es ist höchste Zeit, dass sie politisch gleichberechtigt mitbestimmen und ihre Interessen aktiv einbringen können“, sagt Carlotta Saase, Vorsitzende des BDKJ Fulda.
Studien und Beteiligungsformate wie die U18-Wahl oder der HOP! im Hessischen Landtag belegen, dass Jugendliche politisch interessiert sind und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Ihr Interesse an politischen Themen sei in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich gestiegen – gleichzeitig sinkt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Die Jugendverbände fordern daher mehr als nur symbolische Beteiligung.
„Ein Wahlalter ab 16 wäre ein deutliches Signal für mehr Generationengerechtigkeit und würde die Demokratie stärken. Junge Menschen möchten aktiv Politik mitgestalten und gerade im Hinblick auf die kommenden Wahlen muss ihnen diese Möglichkeit endlich eröffnet werden“, so Saase weiter.
In elf Bundesländern dürfen Jugendliche bereits ab 16 Jahren auf kommunaler Ebene wählen. Auch auf europäischer Ebene ist dies möglich. Auf Landesebene haben unter anderem Berlin, Brandenburg, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein das Wahlalter gesenkt – ohne negative Auswirkungen. Im Gegenteil: Die Wahlbeteiligung steigt, ebenso wie das politische Interesse.
Die Jugendverbände in Hessen sehen in der Absenkung des Wahlalters eine Chance für mehr politische Bildung. Denn wer wählen darf, setzt sich intensiver mit politischen Inhalten auseinander. Wahlrecht und politische Bildung bedingen sich gegenseitig und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie.
Weitere Informationen:
www.hessischer-jugendring.de/wahlmit16
