Lokales FD 21.10.2025

„Baby darf kommen“ – Ballweg offiziell als Bürgermeisterin vereidigt

Poppenhausen – Von Silas Messing – Mit viel Applaus und sichtbarer Wertschätzung wurde Alexandra Ballweg am Montagabend im Rahmen einer Sitzung der Gemeindevertretung offiziell als neue Bürgermeisterin von Poppenhausen vereidigt. Zahlreiche Gäste – darunter Vertreter aus Politik, Kirche, Vereinen, Verwaltung sowie langjährige Weggefährten – wohnten der feierlichen Amtseinführung bei (update).

Manfred Helfrich, Alexandra Ballweg und Irmtraud Becker. Foto: Silas Messing

Ballweg tritt ihr Amt zum 1. November an und wird die Geschicke der Gemeinde für die kommenden sechs Jahre als hauptamtliche Bürgermeisterin leiten. Die Vereidigung erfolgte in einem würdevollen Moment durch die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Irmtraud Becker, begleitet von anerkennenden Worten und stehenden Ovationen. Zuvor hatte ihr Noch-Bürgermeister Manfred Helfrich die Ernennungsurkunde übergeben – mit spürbarem Stolz, aber auch sichtlicher Rührung.

In einem ruhigen, sehr persönlichen Moment sprach Ballweg offen über die besondere Lebensphase, in der sie sich befinde. „Es ist wie kurz vor der Geburt – das Baby darf jetzt bald kommen“, sagte sie mit einem Lächeln und beschrieb damit die emotionale Mischung aus Abschied und Aufbruch. Nach 37 Jahren im bisherigen Beruf sei der Schritt in die kommunale Verantwortung ein gewaltiger – doch einer, auf den sie sich freue. Sie verspüre großen Respekt vor der Aufgabe, fühle sich aber bereit, anzupacken. Ihr künftiger Führungsstil soll geprägt sein von Offenheit, Dialog und einer lebendigen Beteiligungskultur. In ihrer Ansprache betonte sie den Wunsch nach „einer Verwaltung auf Augenhöhe“, einem konstruktiven Miteinander in der Gemeindevertretung und der Einbindung aller Bürger – insbesondere jener, „die sich bisher vielleicht weniger angesprochen fühlten“.

Die symbolische Amtsübergabe wurde durch mehrere humorvolle Gesten aufgelockert. So überreichte der scheidende Bürgermeister Manfred Helfrich, der sein Amt nach 24 Jahren niederlegt, seiner Nachfolgerin eine wetterfeste Jacke – als augenzwinkerndes Symbol für stürmische Zeiten. Die Feuerwehr legte noch einen Schutzhelm obendrauf. „Den wirst du brauchen“, hieß es lachend – eine Geste, die für heitere Momente und herzlichen Applaus sorgte. Helfrich nutzte die Gelegenheit nicht nur für gute Wünsche, sondern auch für ein paar persönliche Worte: „Du wirst Höhen und Tiefen erleben – aber ich bin sicher: Du wirst deinen eigenen Weg finden.“ Und weiter sagte er: „Auf der anderen Seite wirst du auch sehr viel Freude und Erfüllung erfahren und die Erfolge deiner Amtszeit genießen können. Ich wünsche dir und auch mir, dass du diese schöne Gemeinde gut in die Zukunft führen wirst.“

Auch von außen kamen zahlreiche Grußworte und Glückwünsche. Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz, Sprecher der Bürgermeisterkreisversammlung, stellte klar: „Das Wichtigste ist es, die Menschen zu mögen, ihnen mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen – egal auf welcher Ebene.“ Und er fügte hinzu: „Wir bieten dir unsere Hand – und wünschen dir Wahrhaftigkeit und Durchhaltevermögen.“ Der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller hob die Verantwortung des Amtes hervor: „Kern der kommunalen Selbstverwaltung ist das Amt der Bürgermeisterin.“ Er wünschte Ballweg Mut und Entscheidungskraft, aber auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf kurzen Wegen.

Besonders warm und bildhaft wurde es beim Grußwort von Anja Liebling, der Rektorin der Grundschule Poppenhausen. Sie zitierte ein afrikanisches Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.“ Und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Gemeinsam werden wir das schaffen.“ Pfarrgemeinderat Thomas Weber betonte die jahrhundertelange Verbindung zwischen Kirche und Gemeinde – und wünschte der neuen Bürgermeisterin: „Gottes Segen für deine neue Aufgabe.“ Den Abschluss machte Johannes Reinhardt vom Drachenflugclub mit einem Appell für Mut und Perspektive – ganz in der Tradition der Wasserkuppe: „Manchmal muss man den Mut haben, abzuheben, aber immer mit einem sicheren Landeplatz im Blick.“ Er überreichte Ballweg eine Schultüte, mit den wichtigsten Dingen für den Start. Einige Jahrzehnte zuvor hatte Reinhardt als Lehrer der angehenden Bürgermeisterin auch schon das Abiturzeugnis übergeben. Nach dem offiziellen Teil lud die Gemeinde zu einem Imbiss und Umtrunk ein. Es wurde angestoßen, gelacht und angeregt diskutiert – ganz im Sinne des angekündigten Dialogs, den Ballweg künftig pflegen will.

 

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Alexandra Ballweg offiziell als Bürgermeisterin vereidigt. Fotos: Silas Messing.