Fußball 11.10.2025

A-Liga West – Viele Jahre nach Karriereende: Krause zurück am Platz

Landenhausen (jk) – Christopher Krause ist wohl vielen Fußballern in der Region ein Begriff. Der mittlerweile 40-Jährige spielte einst im Trikot von Borussia Fulda, Buchonia Flieden und Hünfeld, aber auch für die Zweitvertretungen von Bayern München und dem VfB Stuttgart. Über sieben Jahre nach seinem Karriereende kribbelte es aber wieder – er schnürt seit einigen Wochen für seinen Heimatverein SG Landenhausen die Schuhe in der A-Liga West.

Christopher Krause (links) trägt schon längst nicht mehr das Borussen-Trikot, aber steht in dieser Saison für die SG Landenhausen auf dem Rasen. Archivfoto: Manfred Völler

Im Jahr 2018 erlitt Krause einen Patellasehnen-Riss und beendete seine Karriere, damals noch im Trikot von Flieden. Auch wenn es kein schönes Ende war, kam es dem heute 40-Jährigen gelegen. „Ich habe zu meiner Frau gesagt, dass wenn wir Kinder bekommen, es keinen Fußball mehr gibt“, erklärt er. Und so widmete sich Krause in den vergangenen knapp acht Jahren den wichtigen Dingen im Leben. Dabei verfolgte er so intensiv wie noch nie seinen Heimatverein, die SG Landenhausen, bei der er bis zu C-Jugend selbst kickte und die erst seit wenigen Jahren wieder eigenständig ist.

Der Grund war sein Cousin und SGL-Co-Trainer Steffen Eichenauer, dessen Söhne Silas und Anton ebenfalls für den Verein spielen. Vor wenigen Wochen kam dann der Anruf von Abteilungsleiter Michael Keller: „Ich konnte mir das bis vor ein paar Wochen selbst auch nicht vorstellen“, sagt Krause zu seiner Rückkehr. Doch der Gedanke, mit den Kumpels und der Familie einmal gemeinsam zu spielen, überzeugte letztlich. „Es ist ganz cool, mit Steffen und den beiden Jungs zu spielen“. Im ersten Training zog sich der 40-Jährige jedoch einen Muskelfaserriss zu. Nachdem die Verletzung erstmal auskuriert war, zerrte sich Krause auch noch in einem Spiel, ist aber wieder auf dem Weg der Erholung. „Es ist ein bisschen zu viel gewesen. Ich brauche etwas mehr Anlaufzeit“, erklärt er. Auch wenn Krause nebenbei im Fitnessstudio trainiert und joggen geht, möchte er sich die Zeit nehmen und langsam wieder reinkommen. Bis zur Wintervorbereitung möchte sich der Ex-Borusse durcharbeiten, ehe er dann auf einen „vernünftigen Stand“ kommen will. Sein Ziel ist es, die Mannschaft in der Rückrunde zu verstärken – zumindest, wenn er gebraucht werde. „Ich möchte keinem 18- oder 19-Jährigen den Platz wegnehmen“, betont Krause. Der Aufwand in der A-Liga ist natürlich deutlich geringer als zu damaligen Zeiten. Ein- bis zweimal in der Woche nimmt er an den Trainingseinheiten teil und merkt: „Ich bin nicht wieder den ganzen Tag weg“.

In Landenhausen entsteht etwas. Nach der Herauslösung aus der FSG Wartenberg wurde der Verein im ersten A-Liga-Jahr Siebter, aktuell steht Platz 15. Der Kern der Mannschaft besteht aus jungen und talentierten Spielern, die von dem ein oder anderen erfahrenen Akteur angeleitet werden. „Ich glaube nicht, dass es eine typische A-Liga-Mannschaft ist. Wenn alle mal da sind, haben wir echt gute Kicker dabei“, so Krause. Dies spiegle sich auch in den Ergebnissen wider. Auch wenn Landenhausen gut mitspielt, kassiert das Team oft kurz vor Schluss Gegentore. Dies verunsichere die jungen Spieler und die Köpfe gehen runter. In Ilbeshausen beispielsweise wurde aus einer 3:0-Führung ein 3:3. „Das kann passieren, aber nicht drei- oder viermal in der Saison“, so Krause. Im ersten Training erkannte der 40-Jährige einen großen Unterschied zu seinen damaligen, höherklassigen Stationen in Hünfeld, Flieden, München, Stuttgart und bei den Borussen. „Es hat keiner etwas gesagt, außer der Trainer. Das bin ich nicht gewohnt“. Früher hätten die wenigen älteren Spieler versucht, zu dirigieren und den Jüngeren unter die Arme zu greifen. In Zukunft würde er gerne diese Rolle übernehmen: „Läuferisch und sprinttechnisch kommt da nicht mehr so viel. Aber die Führung kann ich noch übernehmen“, schmunzelt er.