Fußball 31.10.2025

A-Liga – Nach „brutalen“ Jahren: Heinebach/Osterbach erntet Früchte

Heinebach/Osterbach (jk) – Die Fußballer der SG Heinebach/Osterbach dominieren die A-Liga Nord nach Belieben. Zwei Jahre in Folge scheiterte das Team von Trainer Lars Schneider knapp an der Rückkehr in die Kreisoberliga. In dieser Saison wollen sich die Kicker den Aufstieg aber nicht nehmen lassen: Mit 13 Siegen aus 13 Spielen ist kurz vor dem Ende der Hinrunde der halbe Weg schon geschafft. Doch das Ziel zur Winterpause ist es erstmal, die Serie weiterhin aufrecht zu erhalten.

SGHO-Coach Lars Schneider. Foto: Instagram/fc1928heinebach

„Die letzten Jahre haben brutal wehgetan“, erinnert sich Trainer Lars Schneider genau. In der Saison 2021/2022 stieg Heinebach/Osterbach als Letzter aus der Kreisoberliga Nord ab und Schneider übernahm das Traineramt. „Als wir aus der KOL runter sind, habe ich erstmal meine Spielidee etabliert. Das hat etwas gedauert“, erklärt der Coach. Heinebach/Osterbach spielt für einen A-Ligisten eher untypischen Fußball, wie der Coach selbst angibt. „Wir wollen Fußball spielen, bauen hintenrum auf und halten die Bälle flach. Wir sind weg von ‚Hoch und Weit bringt Sicherheit‘“, erläutert Schneider.

Dass die SGHO mit dem Ansatz in der Vergangenheit auch oft genug in den sauren Apfel beißen mussten, ist dem Coach bewusst. „Dafür wurden wir in den letzten Jahren oftmals bestraft“. Nach seinem Amtsantritt er den Verein zunächst auf Tabellenplatz neun. Die Spielzeit darauf scheiterte die SGHO denkbar knapp mit zwei Punkten am Relegationsplatz für die KOL. Das Jahr darauf verlief nicht besser: Zum Saisonendspurt rutscht Schneiders Team noch auf Platz drei ab, wieder fehlten am Ende drei Zähler. „Wir haben in den Jahren auf die Fresse bekommen. Wir haben sie aber nicht als Niederlage, sondern als Learning gesehen“, macht Schneider klar und attestiert seinem Team eine gewisse Reife. Nach zweieinhalb Jahren ernten die Fußballer nun die Früchte der Arbeit. Nach 13 Spielen grüßt die SGHO ohne Punktverlust von der Tabellenspitze und steht nun ein Spiel vor einer perfekten Hinrunde. „Wir haben ein gutes Selbstbewusstsein und wollen diese Hinrunde ganz klar durchziehen“.

Die Stimmung innerhalb der gesamten SG ist entsprechend der Tabellenkonstellation gut. Die erste und zweite Mannschaft, die in der B-Liga Hersfeld/Rotenburg Gruppe 1 an den Start geht, sind eng verbunden und trainieren regelmäßig zusammen. „Das Training ist mit 20 bis 25 Leuten echt gut besucht“, freut sich Schneider. Nur bei teamspezifischen Inhalten werden die Mannschaften getrennt, ansonsten ist der Zusammenhalt bei den Fußballern groß – und das, obwohl das Durchschnittsalter um die 24 liegt. „Die Jungs verstehen sich und haben alle einen Bezug zu Heinebach oder Osterbach. Es ist wie eine riesengroße Clique“, schmunzelt der Coach. Und dieser Zusammenhalt ist auch klar auf dem Platz zu spüren. 53 Treffer in der A-Liga Nord sprechen für sich und stellen die beste Offensive. Auch die Defensive lässt sich mit elf Gegentreffern sehen – nur Werratal hat eine stabilere Abwehr, doch auch die knackte Heinebach/Osterbach im Topspiel (2:0).

Das Ziel für die Saison ist klar – auch wenn Schneider es noch nicht aussprechen will. „Wir nehmen den Lauf und den Flow mit und schauen am Ende, wie es aussieht. Wir machen uns nicht den Stress und sagen: Wir müssen Meister werden. Dafür haben wir die letzten Jahre zu viel erlebt“. Das erste kleine Ziel, das Schneider verfolgt, ist die weiße Weste zur Saisonhalbzeit. Dafür muss die SGHO am Freitag (19 Uhr) bei KOL-Absteiger Cornberg/Rockensüß gewinnen, dann wären es sieben Punkte Vorsprung auf Rang zwei. Das Hinspiel fand bereits statt, Schneiders Team gewann deutlich mit 6:1. „Sie sind jetzt gewarnt. Wir gehen aber als klarer Tabellenführer in das Spiel und wollen es auch gewinnen“. Auch das letzte Heimspiel in diesem Jahr soll stattfinden. Dabei erwartet der Spitzenreiter am Sonntag (14.30 Uhr) den ESV Hönebach II. Kommende Woche ist dann noch eine Partie in Wölfershausen angesetzt.