Die Punkteausbeute der ersten Halbserie als Trainer war fast schon alarmierend für Hahner, der aber geduldig blieb – und gut zweieinhalb Jahre später sagen kann: „Jedes Halbjahr wurde es besser. Es is geil zu sehen, wie die Jungs sich entwickelt haben. Letztes Jahr war ein großer Schritt erkennbar, in der Rückrunde hatten wir einen Lauf, das machte Hoffnung für die neue Saison“.
Die Runde 25/26 in der neuformierten A-Liga Mitte startete dann mit einem 4:2 in Ufhausen, und die TSG ließ aufhorchen. Doch so ging es erstmal nicht weiter: 1:1 gegen Pfordt, 1:2 gegen Unterhaun nach einer wilden Schlussphase und einem „unnötigen Elfmeter“, dann die nächste Pleite in Burghaun (Hahner: „kein schönes Spiel von beiden“) und obendrauf eine noch schmerzlichere Niederlage im Derby schlechthin gegen Nüsttal/Dammersbach. „Gerade mit als Nüsttaler hat das richtig wehgetan“, blickt der Trainer zurück. Aber: Seitdem läuft es. Acht Siege am Stück feierte die TSG Mackenzell und schob sich auf Platz zwei vor. Diesen Platz verteidigte das Team jüngst sogar mit dem 2:0 im Derby gegen die SG Haselbach. „Wenn du so einen Lauf hast, willst du die Welle reiten“, sagt Hahner, spart aber auch nicht mit Floskeln: „Unser nächstes Spiel ist immer das Wichtigste“.
Als Erfolgsrezept nennt der Trainer das Kollektiv: Das ganze Team arbeitet gut gegen den Ball – 13 Gegentore in 13 Spielen werden nur von Burghaun (zwölf) unterboten. Und das trotz Ausfällen. Ein Innenverteidiger fehlt Hahner beispielsweise mit Kreuzbandriss, dafür ist mit Marian Schön ein Sechser nach hinten beordert worden, und Niklas Schäfer, der früher Torwart war und in der Jugend zwischenzeitlich mit Fußball pausierte, ist inzwischen zum Top-Linksverteidiger gereift. Mit Frank Hohmann hat Hahner außerdem einen Routinier in der Defensive: „Er hat noch eine irre Fitness, da kann sich mancher Junge noch eine Scheibe abschneiden“, staunt der Coach, der in der Offensive viele junge Kerle hat, „bei denen die Post richtig abgehen kann“. Unberechenbar ist die TSG obendrein, hat keinen Top-Schützen mit zweistelliger Tor-Anzahl, dafür aber mit Kapitän Jonas Noodt, Lennart Jensen, Jonas Göller oder Julian Kimpel mehrere gefährliche Leute. All jene, auch die noch nicht genannten, honoriert Hahner und konnte nach den Spielen schon diverse Male einen „Man of the Match“ küren: „Das mache ich im Kreis immer“ – doch nach dem Sieg gegen Haselbach wurde die Wahl richtig schwer: „Ich hätte zehn nennen können“, sagt Hahner, und nimmt sich selbst als Torwart natürlich fein raus. Am Ende wurde es Schäfer, der „in jedem Zweikampf bissig war“. Er durfte schließlich anstimmen, am Ende eines „emotionalen“ Spiels, wie der Trainer sagt: „Das war ein weiterer Meilenstein“.
Und obwohl das Team von Spiel zu Spiel denken will, dürfte der Blick auf den Kalender gehen: Am Kirmesfreitag, 7. November, ist das Spiel gegen Tabellenführer Burghaun angesetzt. „Wenn wir das unter Flutlicht bei uns spielen könnten, wäre das natürlich ein absolutes Highlight“, so der Coach, der auch den Zuspruch spürt: „Wir sind hier im Dorf, das spricht sich rum: Anfangs waren es weniger Zuschauer, jetzt merkt man, dass sich was bewegt und die Aufmerksamkeit da ist“. Was sich bei den Gegnern auch rumsprechen dürfte: Dass Hahner mit Mitte 30 immer noch ein starker Keeper ist. Der auch froh über seine stabile Defensive sein darf und schmunzelt: „Je weniger Gegentore, umso weniger tut der Rücken weh“.
