Lokales FD 21.11.2025

Wettkampf mit Spaß und Stress: Landeswettbewerb der Buslotsen

Ranstadt (pm/pf) – Bei einem Wettbewerb in Ranstadt wurden jüngst die besten Buslotsen Hessens ermittelt. Veranstalter war die Landesverkehrswacht Hessen. Buslotsen sorgen beim Einstieg und während der Fahrt für Sicherheit und Ordnung. Immerhin sechs der teilnehmenden Buslotsen kommen aus dem Landkreis Fulda, der hessenweit die mit Abstand meisten Buslotsen einsetzt. Henry Hambach von der Wigbertschule in Hünfeld wurde dabei zweiter Sieger und Anna Göb, ebenfalls von der Wigbertschule, dritte Siegerin. Den ersten Platz belegte Johanna Melcher von der Geschwister-Scholl-Schule in Niddatal.

Fotos: Kreisverkehrswacht Fulda

Drei Lotsen aus Osthessen kamen von der Wigbertschule in Hünfeld, zwei von den Von-Galen-Schule aus Eichenzell und eine Buslotsin von der Lichtbergschule aus Eiterfeld. Die Moderation des Wettbewerbs übernahm mit viel Schwung und guter Laune der Präsident der Landesverkehrswacht, Gerhard Brink.

Mit dem Bus zur Schule zu fahren ist für viele Schülerinnen und Schüler – wie auch für die Busfahrer selbst – mit Stress verbunden. Vor allem aber drohen durch das Gedrängel beim Einstieg und beim Überqueren der Fahrbahn Gefahren. Unter Federführung der Deutschen Verkehrswacht Hessen sorgen seit Ende der 1980er Jahren ausgebildete Schulbuslotsen, dass es an den Haltestellen und in den Bussen nicht zu Streitigkeiten oder Sachbeschädigungen kommt und beim Ein- und Aussteigen Unfallgefahren vermieden werden.

Zu den Gästen des Wettbewerbs war Dr. Hendrik Schüler, Leiter des Referats „Lärmschutz Straße, Verkehrssicherheit“ beim hessischen Verkehrsministerium und Erster Polizeihauptkommissar Petry in Vertretung des Polizeipräsidenten von Mittelhessen.

Dr. Schüler betonte in seinen Grußworten „Ihr seid ein wichtiger Eckpfeiler in der Schulwegsicherheit und hob besonders hervor: Buslotsinnen und Buslotsen übernehmen mit ihrem lobenswerten Einsatz Verantwortung für andere und leisten damit einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag für ein sicheres Miteinander auf dem Schulweg!“

Gerhard Brink erklärte: „Die von der Polizei und von Moderatoren der Verkehrswacht ausgebildeten Schulbuslotsen erfüllen ihre Aufgaben für andere Schüler freiwillig und ehrenamtlich. In Hessen ist der Anteil der Mädchen deutlich höher als der von Jungen. Viele Buslotsen haben einen Migrationshintergrund. Meine Wertschätzung und mein Dank sind Euch sicher. Wenn es in Hessen noch keine Buslotsen geben würde, müsste man sie erfinden. Unser gesellschaftliches und politische Ziel muss es werden: In jedem Landkreis Buslotsen einsetzen zu können.“

Seit 2006 findet fast jedes Jahr ein Wettbewerb statt, der Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist fördert. Hierbei messen sich die besten Schulbuslotsen des Landes. Die Teilnehmenden absolvieren einen schriftlichen Test, dann folgen praktische Aufgaben und ein Teamspiel, das zu zweit durchgeführt wird. Es folgt ein Rollenspiel am und im Bus. Hier müssen die Buslotsen beweisen, wie sie durch gutes Argumentieren Situationen am und im Bus lösen.

Anna Göbel von der Wigbertschule hatte das Rollenspiel: „Schüler geraten während der Busfahrt untereinander in Streit“ und die Frage war: „Wie reagierst Du?“ Die streitenden Schüler spielten zwei Moderatoren der Verkehrswacht Wetteraukreis, die auch die Organisation übernommen hatten. Göbel und Hambach argumentiert geschickt, auch ihre Gestik und Mimik gefielen den vier Jurymitgliedern.

Nach dem Rollenspiel erklärte sie: „Das Rollenspiel hat mir Stress gemacht, man las die Rolle durch und musste sofort reagieren und die Situation mit den beiden unbekannten Moderatoren durchspielen.

Hambach ergänzte: „Ja, es war kein einfacher Wettbewerb, aber er hat mir viel Spaß gemacht, und ich habe von den anderen Lotsen auch Tipps für meine Tätigkeit in Hünfeld bekommen“.

Als Letztes musste die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Pkws geschätzt werden. Die Stadtpolizei von Ranstadt hatte das mobile Radargerät aufgebaut. Eine Besonderheit gab es auch: Die Buslotsin Kira von der Von-Galen-Schule in Eichenzell hatte an diesem Tag Geburtstag. Sie freute sich sehr und war sichtlich überrascht, als alle Lotsen und Gäste ihr ein Geburtstagslied sangen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte die Ehrung: Jeder Lotsin und jedem Lotsen wurde eine Urkunde überreicht. Auf einem Tisch waren noch für jeden Sachpreise bereitgestellt. Die ersten drei Sieger erhielten einen Geldpreis. Viele Buslotsen erklärten: „Hoffentlich bin ich nächstes Jahr wieder dabei!“