Lokales FD 05.11.2025

Vom Feld auf den Teller – Viel Potenzial für die Region Fulda – Fotos

Dipperz (as) – Nachhaltig, regional und wirtschaftlich: Über Wertschöpfungsketten, regenerative Landwirtschaft und qualitativ hochwertige Lebensmittel wurde am Dienstag im LindenGut in Dipperz diskutiert. Unter dem Motto „Vom Feld auf den Teller“ waren verschiedene Akteurinnen und Akteure eingeladen, gemeinsam Chancen und Konzepte für die Versorgung in der Region zu entwickeln.

Großer Austausch beim Regionalforum des Green Food Clusters. Foto: Andreas Schellenberg

Als Experte für regenerative Landwirtschaft und Landnutzung hielt Joachim Böttcher einen spannenden Vortrag. Er verwies auf verschiedene globale Herausforderungen, etwa den extremen Verbrauch von Ressourcen. „Die Transformation rollt auf uns zu“, stellte Böttcher fest. Er sprach sich für eine Regeneration aus und fügte an: „Ich wünsche mir, dass wir Menschen uns als Teil der Natur betrachten.“ Der Experte ging als Beispiel auf die Fleischproduktion in Deutschland ein. Für die Fütterung der Tiere werden große Mengen an Soja aus Südamerika importiert, für die Regenwald-Flächen systematisch abgeholzt werden. Das Fleisch werde dann anschließend nach Asien verkauft: „Die Betriebe hier haben fast nichts davon.“ Er erläuterte, dass durch die abfließenden Wertschöpfungsströme viele Potenziale ungenutzt bleiben.

Christoph Burkard, Geschäftsführer der Region Fulda GmbH, merkte in seiner Begrüßung an, dass viele Menschen heutzutage kaum noch einen direkten Bezug zur Erzeugung von Lebensmitteln hätten: „Die Beziehung zur Landwirtschaft ist ein Stück weit verloren gegangen.“ Hier brauche es eine Rückbesinnung. Er begrüßte die alle Teilnehmenden und hob hervor: „Als Geschäftsführer der Region Fulda GmbH und Vize-Präsident des Green-Food-Clusters bin ich stolz auf das, was Katharina Most unsere Clustermanagerin, das Präsidiumsteam und natürlich auch die Veranstaltungspartner Janett Emig und Torsten Raab geschafft haben. Euch allen herzlichen Dank.“ Organisiert wird das Regionalforum von dem Green Food Cluster in Kooperation mit dem Biosphärenreservat Rhön, dem Landkreis Fulda, dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön und der Rhön GmbH.

Das neue Regionalforum sei eine Fortführung der früheren Herbsttagung an der Hochschule, erläuterte Burkard und ergänzte: „Wir begreifen uns nicht zuletzt auch als Ergebnis des ausführlichen Strategieprozesses als aktive Plattform und Möglichmacher und auch als thematisch übergreifendes Metanetzwerk.“ Gesunde Lebensmittel und Lebensqualität seien zwei wichtige Standortfaktoren für die Region, welche mit dem Green Food Cluster weiter gestärkt werden sollen: „Das ist das, was uns auszeichnet.“ Er hob die Relevanz von regionalen Wertschöpfungsketten hervor, um auch zukünftig gut auf die globalen Krisen reagieren zu können. Wie der Geschäftsführer anmerkte, gehe es bei „Green Food“ nicht um Erziehung oder Belehrung: „Wir wollen Projekte entlang der kompletten Wertschöpfungskette der Lebensmittelwirtschaft initiieren und verwirklichen und dabei alle Partner integrieren. Ich denke, da werden heute im Laufe des Tages einige Projektvorschläge entstehen.“

Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, lobte die bisherige Kooperation: „Es lohnt sich, mitzumachen und sich auszutauschen.“ Das Regionalforum sei dafür ein gutes Beispiel, weil es verschiedene Akteurinnen und Akteure zusammenbringe: „Sie wollen etwas bewegen.“ Das Publikum konnte unter anderem bei einem direkten Austausch in einer Podiumsdiskussion den Expertinnen und Experten zuhören und Rückfragen stellen. An dem Gespräch beteiligten sich unter anderem Prof. Dr. Linda Chalupova, Professorin für Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften an der Hochschule Fulda, Landwirt Peter Bleuel, Joachim Böttcher, Thomas König, Projektmanager der Rhön GmbH, sowie Sandra Limpert vom Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel. Nach einer gemeinsamen Mittagspause folge ein interaktiver Workshop, in dem sich die Beteiligten mit der Zukunft der Region beschäftigten.

Regionalforum „Vom Feld auf den Teller“. Fotos: Andreas Schellenberg