In den vergangenen Wochen erarbeiteten Mitglieder der LSBTIQ*-Community und Verbündete ein Konzept, das dem CSD Fulda ein dauerhaftes organisatorisches Zuhause geben soll. Darüber hinaus will der neue Verein die queere Community in Stadt und Landkreis stärken, Netzwerke ausbauen und die Akzeptanz und Förderung queeren Lebens in der Region ausbauen. „Der Verein ‚foll bunt‘ soll nicht nur den CSD organisieren. Wir wollen Angebote schaffen, die queeren Menschen im Landkreis das Gefühl geben, willkommen und zuhause zu sein. Unser Ziel ist es, die Community zu stärken, mit Vorurteilen in der Bevölkerung aufzuräumen und die kulturelle Landschaft in Fulda zu erweitern. In Städten vergleichbarer Größe gibt es längst queere Bars, Zentren oder Beratungsstellen. Hier muss Fulda aufholen“, betonte Niklas Schmitt, Mitglied des neuen Vorstandes.
Während es in anderen Regionen Hessens mehrere queere Vereine und Strukturen gibt, fehlte in Fulda bislang ein Verein als sichtbare Organisationsstruktur – Initiativen wie die „Queere Stunde“ laufen so bis jetzt ohne Rechtsform. Mit „foll bunt“ möchten die 19 Gründungsmitglieder diesem Bedarf begegnen und dem „queeren Osten“ Hessens mehr Sichtbarkeit verleihen. Der fünfköpfige Vorstand – Fabian Hülsemann, Johnathan Jiptner, Toni, Niklas Schmitt und Dr. Robin Richter – erhielt das Vertrauen, den Aufbau des Vereins voranzutreiben. Emily Charlotte Rödel, Initiatorin des CSD Fulda 2022, ordnete die Gründung ein: „Als ich 2022 mit zwei Freunden den CSD nach Fulda holen wollte, hätte ich nie gedacht, dass wir drei Jahre später einen eigenen Verein gründen würden. Es ist surreal, Teil einer Gruppe zu sein, die queere Geschichte in Fulda schreibt. Die Stadt braucht queere Vorbilder, eine Stimme und Räume, in denen queere Menschen sich vernetzen und ankommen können, aber auch Austausch mit der restlichen Zivilgesellschaft stattfindet. Mit unserem Vorstand haben wir ein Team, das nicht besser gewählt sein könnte. Mit der Gründung wollen wir deutlich machen: queere Menschen haben auch in Osthessen einen Bedarf nach Solidarität, Unterstützung und Anerkennung. Damit haben queere Angebote und deren Unterstützung durch Stadt und Landkreis eine sehr hohe Bedeutung, die wir mit dem Verein klar und deutlich nach außen tragen wollen.“ Mit der Vereinsgründung startet zugleich die Vorbereitung auf die Pride-Saison 2026. Die Planung des CSD Fulda 2026 hat bereits begonnen.
