Das 3:5 in Bad Soden gelang auf Kunstrasen – eine Eintagsfliege, wie sich nun herausstellte: „Wir haben die gute Leistung leider nicht auf Rasen spiegeln können heute. Steinbach hat einen Lauf, sie haben das gut gemacht. Dass wir hier verlieren können, war uns bewusst, aber wir haben sie auch spielen und entfalten lassen“, haderte Johannesbergs Coach Meik Voll mit den Umständen.
Per Doppelschlag trafen Leon Wittke und Carlo Yanez Mitte der ersten Halbzeit zur 2:0-Führung – zunächst hatte sich Steinbach angenähert und die ersten Möglichkeiten vergeben, dann klingelte es zweimal binnen zwei Minuten im Johannesberger Tor. Die Vorentscheidung fiel dann schon direkt nach dem Seitenwechsel, als Nils Hartung auf 3:0 stellte.
Bis dato war es ein „ruhiges Spiel“, musste auch Steinbachs Trainer Petr Paliatka erkennen – zu seiner Freude: „Es war gut, dass wir die beiden Tore hintereinander gemacht und dann gleich nachgelegt haben. Solche Spiele kannst du nur verlieren, wir haben das auch schon erlebt. Aber heute war es nicht so, die Jungs haben das gut angenommen und waren in den Zweikämpfen drin“.
Eine strittige Szene gab es dann aber doch noch: Amir Hossini sah nach einem Einsteigen die Rote Karte, was Meik Voll nicht verstand: „Er spielt den Ball, und trifft dabei auch den Gegner. Aber der Schiri hatte die Gelbe Karte schon in der Hand“. Was dann zum Sinneswandel geführt habe, sei der Einfluss von außen gewesen: „Ich weiß nicht, ob ich bei dem Spielstand den sterbenden Schwan spielen muss. Es war ein total faires Spiel. Der Schiedsrichter hat eigentlich eine sehr gute Leistung gezeigt, aber da sind wir klassisch verarscht worden“, schimpfte Voll.
Einziges Steinbacher Manko war die Chancenverwertung, obwohl Simon Hennighausen hintenraus noch das 4:0 gelang, was sich Johannesberg allerdings „selbst reingeschossen“ habe, so Voll. Der SVS wiederum konnte ein paar Kräfte schonen für den Nachhol-Knaller gegen Kasel II am Mittwoch: „Es soll gleich morgen etwas am Platz gemacht werden. Die Konstellation ist geil, wir wollen das natürlich spielen“, sagte Paliatka, der sich auch freuen konnte, dass Tom Wiegand nach langer Krankheit wieder 90 Minuten durchspielen konnte. Paliatka selbst zog übrigens auch durch und spielte vorher in der Steinbacher Reserve, die allerdings gegen Eiterfeld/Leimbach II und ihren Ex-Coach David Fladung verlor.
Steinbach: Pino Puig; Reichmann, Hartung (55. F. Wiegand), M. Wiegand (55. Kehl), T. Wiegand, Hennighausen, Wittke, Koch, Herbig (60. Hildenbrand), Kovac (55. Halimi), Yanez (55. Reith).
Johannesberg: Ditzel; Fabinho (68. Kamdem), Schneider, Schmitt (46. Udovicic), Katusic (60. N. Marquardt), Bislimi, Bardhushi, Wolf, Sammet (74. Schenkel), Hossini, Sharif (78. Schlotzhauer).
Schiedsrichter: Sebastian Schäfer (Großalmerode)
Tore: 1:0 Leon Wittke (23.), 2:0 Carlo Yanez (25.), 3:0 Nils Hartung (48.), 4:0 Simon Hennighausen (87.)
Zuschauer: 330
Rote Karte: Amir Hossini (Johannesberg, 62.) – grobes Foulspiel
