Fußball 30.11.2025

Verbandsliga – Meik Voll tritt zurück - Nach Flieden-Spiel war es klar

Johannesberg (pf) – Emotionales Ende der gemeinsamen Reise: Nach dem 2:5 in der Fußball-Verbandsliga beim Lichtenauer FV kam die Mannschaft der SG Johannesberg am Samstagabend zusammen und erfuhr von Meik Volls Rücktritt als Cheftrainer zur angebrochenen Winterpause.

Meik Voll. Foto: Christine Görlich

Die Entscheidung teilte Voll seiner Mannschaft und dem Vorstand um Lothar Plappert, nach dem Spiel am Samstag mit. Mit dem letzten Spiel im Jahr 2025 endet nun, nach genau zwei Jahren, die Amtszeit des Übungsleiters und Lizenzinhabers.

„Diese Entscheidung fiel mir sehr schwer, aber es war die logische Konsequenz einer ehrlichen sportlichen Bewertung der Gesamtsituation, dieser bis jetzt gespielten Halbserie. Eine Tabelle lügt nun mal nicht und nach 18 Pflichtspielen mit nur zwei erspielten Punkten auf der Habenseite ist es sportlich nicht das, was wir uns alle gewünscht und vorgestellt hatten“, sagt Voll.

Dass es der Aufsteiger nicht einfach haben würde, sei allen bewusst gewesen – die Gründe für eine „so noch nie erlebte Hinrunde“ liegen aber auf dem Tisch so Voll. „Wir haben nach dem Aufstieg Stützen wie Kirche Ristevski, Christopher Schenkel und Tim Hillenbrand verloren, die wir in unserem Defensivverhalten und Offensivspiel einfach nicht ersetzen konnten. Es ist uns leider vor der Saison trotz vieler Gespräche nicht gelungen, erfahrene Spieler für uns zu gewinnen, die die Kaderqualität und Stabilität verbessert hätten. Verletzungen und eine hohe Anzahl von Abwesenheitszeiträumen der Spieler machten Trainingsarbeit phasenweise schwierig“, bedauert der Trainer:

In der Zielsetzung vor der Saison war klar, dass es nur um den Klassenerhalt gehen würde: „Wir haben es gemeinsam entschieden, Vorstand, Mannschaft und das Trainerteam, dieses Abenteuer Verbandsliga in Angriff zu nehmen“, bekräftigt der Trainer. Aber: „Am Ende müssen wir uns aber eingestehen, dass es aktuell nicht mal für einen unverdienten oder schmutzigen Sieg gereicht hat. Wir waren bestimmt ganz oft nah dran, aber die Prozente die dafür gefehlt haben, sprechen für sich. Der Intensität der Trainingsarbeit in der Aufstiegssaison, sind wir in dieser Halbserie – eine Liga höher – nicht im Ansatz nachgekommen“. Die Niederlage gegen seinen Ex-Club Flieden vor wenigen Wochen war für seine Entscheidung „schlussendlich ausschlaggebend“, erklärt Voll: „Die Enttäuschung über diesen Auftritt meiner Mannschaft konnte ich nicht mehr verbergen und das habe ich ihr auch schon in der Halbzeit mitgeteilt. Die darauffolgende zweite Halbzeit und das Endergebnis waren dann sprichwörtlich die eine Niederlage zu viel“. Die abgelaufene Trainingswoche und das Spiel in Lichtenau – mit zwölf Feldspielern und zwei Torhütern – verfestigten seine Entscheidung.

„Meine Zeit hier bei der SG Johannesberg bewerte ich aber ganz sicher nicht nur an den zurückliegenden 18 Spielen“, stellt Voll klar: „Ich habe die Mannschaft in einer sehr schweren Phase auf einem Abstiegsplatz in der Gruppenliga Fulda übernommen und mit dem vorhandenen Kader den Klassenerhalt gefeiert, was auch meine vorgegebene Aufgabe war. Dass wir nach dem eingeleiteten kompletten Umbruch und der Verjüngung des Kaders in der darauffolgenden Saison direkt um die Meisterschaft mitspielen und dann noch tatsächlich aufsteigen, war ganz sicher nicht geplant, aber die Bestätigung für den richtigen Weg, den wir eingeschlagen haben. Der Umbruch war gelungen“, behält Voll diese Erfolge in Erinnerung. Sie „überwiegen“ jeder darauffolgenden Phase, so der erfahrene Trainer.

Dass diese Verbandsliga-Runde nun so verläuft, habe niemand verdient: „Weder die Mannschaft, der Verein und vor allem nicht die Zuschauer, die sich jederzeit sehr fair und nie vorwurfsvoll verhalten haben“, sagt Voll: „Die Vorbereitung für die Rückrunde ist komplett durchgeplant und kann von meinem Nachfolger eins zu eins genutzt werden – wenn es in seinem Sinne ist“.

Der Verein habe nun Zeit, einen Nachfolger zu finden, der eine „personalstarke Truppe und perfekte Infrastruktur vorfindet“, sagt voll – „und vielleicht liegt es ja nur an einem neuen Ton in der Kabine, einer neuen Spielidee, die dann hoffentlich zu sportlichem Erfolg in Form von Punkten führt“, schließt er: „Meiner Mannschaft, vielen im Umfeld des Vereins und vor allem den geduldigen treuen Zuschauern würde ich es wirklich wünschen. Was meine Person betrifft, ich verlasse Johannesberg im Guten und komme gerne nur dann als Zuschauer der Spiele wieder“. Alles, was seine Zukunft angeht, lasse Voll nun auf sich zukommen.